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Bethen – Keltisch-alpenländische Mutter- und Schicksalsgöttinnen

| Geist | 5. Januar 2015

Die Heiligen drei Madln

Wilbeth, Ambeth und Borbeth bilden als Bethen die göttliche Triade als Erd-, Mond- und Sonnenmutter. Sie sind Schicksalsgöttinnen und im christlichen Sinn Nothelferinnen.

Die drei Bethen werden meist als gütigen Frauen beschrieben, die durch die Lande ziehen, weisen Rat erteilen, Gaben schenken und mit denen man auch über das Schicksal reden oder verhandeln kann. Die Menschen glaubten an die Kraft der Bethen und wandten sich an sie bei Angelegenheit in Sachen Fruchtbarkeit bei Mensch, Tier und Feldern, für den Schutz der Arbeit bei allen Erntezyklen, bei Geburten, Krankheiten und Tod.

Damit reihen sie sich in die Triaden der großen Schicksalsgöttinnen wie die griechischen Moiren, die germanischen Nornen, der römischen Parzen. In der slawischen Mythologie gibt es die Zorya. Auch anderen südosteuropäischen Völkern sind Schicksalsgöttinnen bekannt. Sie heißen dort albanisch Fati, rumänisch Ursitori, serbokroatisch Sudice, slowenisch Rojenice und tschechisch Sudicky. Die Bethen sind auch unter „die saligen Frauen“ als Kinder- oder Schicksalsfrauen bekannt. Das Wort „salig“ ist das alte keltische Wort für Heil und Heilig (Heil bringend)

Alte Göttinnen und christliche Heilige

Der Glaube und der Kult rund um die drei Bethen hielt sich im Volk sehr lange. Allerdings unterlagen die Namen der einzelnen Göttinnen immer wieder verschiedenen Änderungen, ihre grundsätzliche Kraft und ihre Wirkungsweise blieben allerdings weitgehend gleich. Kannte man die drei Göttinnen als keltische Ambeth, Wilbeth und Borbeth, so erschienen sie unter dem Einfluss des Christentums und des römischen Reichs und dessen Wertbegriffen göttlicher Verehrung als die Heilige Fides, die Heilige Spes und die Heilige Caritas.

Wörtlich also Glaube, Hoffnung und Liebe. Die drei Heiligen sollen zusammen mit ihrer Mutter Sophia im 2. Jahrhundert n.u.Z. in Rom enthauptet worden sein, weil sie sich standhaft weigerten, ihren Glauben zu verleugnen. Vielleicht machte sie das den Frauen so lieb, die auch ihren Glauben an die Dreifaltige nicht verleugnen wollten.

In den keltisch geprägten Ostalpen war die römisch-katholische Maria anfänglich keine passende Lösung, um den mütterlich-weiblichen Aspekt der Großen Göttin zu ersetzen. Hier mussten die alten Bethen herhalten, die im Laufe des Mittelalters zu den „Drei Heiligen Madln“ modifiziert und von diversen Heroen, vulgo Nothelfern begleitet wurden. Wobei auch der Bethen-Kult von der christlichen Kirche zur Zeit der Kreuzzüge in die nur sehr geringfügig verändert in die Verehrung der drei Heiligen Margarethe, Barbara, Katharina übernommen wurde.

Kultplätze und Wallfahrtsziele

Wie so oft unterschieden sich Heilige von ihren „heidnischen“ VorgängerInnen oft nur durch vorgeblich „christliche“ Vornamen. Gleichzeitig wurden die heiligen Orte der KeltInnen, die in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft an Steinen, Bergen, Quellen, Bäumen, Kreuzungen u.a. lagen, okkupiert. Die ehemals „heidnischen“ Kultplätze wurden Wallfahrtsziele, die durch einen (oft sehr oberflächlichen) Wechsel von Göttinnen zu SchutzpatronInnen bei zuerst annähernd gleichbleibender mythologischer Funktion „christianisiert“ wurden.

Da der Glaube an die Kraft der Göttinnen nicht einfach abzuschaffen war, hatte man ihnen ein christliches Gewand angezogen und ein Martyrium für den Christengott nachgesagt. Auf diesem Wege konnte sich allerdings die Verehrung der Muttergottheit über Jahrtausende halten. Förderlich dabei war sicher die dreifaltige Gestalt. Denn eine Dreifaltige war besser zu verstecken als eine einzige Göttin. Wer von der Verehrung der Dreifaltigkeit sprach, wer zu den weiblichen Heiligen betete, war unverdächtig, beging keine Ketzerei.

Das Martyrium von Barbara, Katharina und Margarethe

Wer eine ordentliche Heilige sein will, muss dafür aber natürlich auch ordentlich leiden: Barbara wurde von ihrem eifersüchtigen Vater in einem Turm eingeschlossen und als sie ihm gestand, dass sie dem christlichen Glauben anhing, wurde sie sogar von ihm getötet.

Auch Margarethe wurde von ihrem Vater abgöttisch geliebt, auch seine Liebe schlug in Hass um, als er erfuhr, dass sie von ihrer Amme zum christlichen Glauben geführt worden war. Er ließ sie in den Kerker werfen, wo der Teufel sie in Gestalt eines Drachen erschreckte, verschlang und allerdings unversehrt wieder ausschied …

Katharina wurde zusammen mit ihrer Mutter Christin und weigerte sich, den römischen Göttern zu opfern. Dafür sollte sie aufs Rad geflochten werden. Aber Engel entführten sie zum Sinai. Historisch belegbare Quellen, dass diese drei Heiligen jemals gelebt haben, gibt es nicht. Gelangten die christlichen Heiligen Barbara, Margarethe und Katharina zu ihrem heiligen Ruhm, zu ihrer göttlichen Kraft, indem sie grausam gestorben und/oder gefoltert worden sind, so sind die keltischen Bethen wesentlich lebensbejahender.

Ambeth, die zu Margarethe wurde, ist die Leben gebärende Mutter, sie ist licht und gut. Als Symbol für das Ewige Leben, für den Kreislauf „Geburt-Tod-Wiedergeburt“ ist sie oft mit einer Schlange der Urmutter dargestellt. Wilbeth-Katharina teilt das Schicksal zu und symbolisiert den Lebenslauf.

Wil-Beth hat als erste Silbe „Wil“ und entspricht dem englischen „Wheel“, das Rad bedeutet. Wil-Beth heißt demnach „Rad-Bethe“, im Sinne von Schicksals-Bestimmerin oder Lebensrad. Auf ihrem Spinnrad spinnt sie den Lebensfaden.

Borbeth wurde zu Barbara. Sie hat den typischen Leben-Tod Aspekt. Zum einen schneidet sie den Lebensfaden ab. Die Silbe „Bar“ bedeutet einerseits gebären, geborgen (englisch: born), andererseits auch Bahre, Totenbahre. BAR hat auch als Rune genau diese Bedeutung. Borbeth verkörpert die Mutter Erde, die ihren dunklen, bergenden Schoß auftut, um Menschen zu gebären und wieder in sich aufzunehmen. Ihr Symbol ist der Turm oder Bergfried, der zur Bewachung dient und damit Geborgenheit und Sicherheit garantiert. Sie stellt auch den dunklen, schwarzen Aspekt der Göttin dar, der vor allem im Winter seinen Platz hat.

Beth, Beet, Bett, Butter und bitten

Die Silbe „Beth“ in Am-, Bor- und Wilbeth ist der Name der Erdgöttin schlechthin, der sich bis heute in dem Bett, in dem wir schlafen, gehalten hat. Denn ursprünglich schliefen die Menschen nicht auf Matratzen, sondern auf der (Mutter-)Erde. So wie auch die Blumen noch im Beet gut aufgehoben sind.

Und „beten“ und „bitten“ ist davon abgeleitet und heißt eigentlich „die Göttin anrufen“. Die „Beteltänze“ und „Bettelumzüge“aus dem Mittelalter, die Bettelstege auf den Wanderwegen, der Bittgang sind alle von den Bethen abzuleiten.

Auch in der Butter findet sich eine weitere Abwandlung des Wortes „beth“ wieder. In vielen Märchen und Sagen kommen melkende und butternde Frauen vor. Manche dieser Sagen erinnern an eine matriarchale Zeit: Die saligen Frauen buttern, spinnen Flachs und helfen den Menschen in all ihren Nöten. Butter und Milch sind im Überfluss vorhanden: Die Sennerinnen vom Hochkönig pflastern ihren Weg mit Käselaiben, die Fugen dazwischen füllen sie mit frischer Milch aus, aus der goldgelben Butter formen sie Butterkugeln und spielen damit.

In der Tiroler Sage „Frau Hitt“ badet diese Urmutter ihren Sohn in Milch und trocknet ihn mit Weißbrot ab. Dieses göttliche Reinigungs- und Schutzritual wird allerdings in den meisten Auslegungen dieses Mythos so verstanden, als begehe sie Frevel mit göttlichen Gaben. Womit allerdings kann eine Muttergöttin ihr Kind besser einhüllen, als mit diesen Symbolen von Wohlstand, Gesundheit, Reichtum und Lebenslust.

Doch da zeichnet sich schon der Umbruch zum Patriarchat ab: Das Verschenken von göttlichen Gaben wie Butter, Milch und Brot wird bestraft und als übermütig und gottlos verdammt. Frau Hitt erstarrt zu Stein, die lebenslustigen Sennerinnen vom Hochkönig (die zudem recht wählerisch in ihrem Umgang mit Männern sind) werden in einem fürchterlichen Sturm von Schnee und Eis begraben.

Von glückbringenden, göttlichen zu gottlosen, bösen Frauen

Aus den glückbringenden göttlichen Frauen, wie auch die Bethen geschildert werden, aus jenen, die den Menschen Gutes tun und diese reich beschenken, wurden oft gottlose (= böse!) Frauen, die für ihren Frevel bestraft werden. Aus den segnend butternden Frauen wurden böse Hexen, die die Milch von anderen stehlen und auf Butterfässern durch die Lüfte fliegen. Wo die Abwertung oder Vernichtung der göttlichen Frauen nicht klappte (weil die Menschen einfach nicht aufhörten, weibliche Gottheiten zu verehren und „anzubethen“), dort wurden aus den Segen spendenden Frauen der alten Zeit einfach christliche Heilige.

Speziell am Ende der Rauhnächte in der Nacht zum und der Tag des 6. Januar treten die drei Bethen auf. Das ist auch die große Zeit der Göttin Percht, weswegen wahrscheinlich die Bethen oft auch „Perchten“ genannt werden. Sie segnen Haus, Hof, Mensch und Vieh, als Zeichen, dass sie da gewesen waren, hinterließen sie drei „x x x“ bzw. ihr K x M x B an Haus- und Stalltüren. Das kommt wahrscheinlich bekannt vor. Denn dieser Tag ist ja eher als Drei-Königstag bekannt. Die Weisen aus dem Morgenland mussten – wie so oft andere Geschichten und Figuren des Christentums – dafür herhalten, den alten Göttinnen-Glauben zu überlagern. Wurden zuvor die Bethen schon in christliche heilige Jungfrauen umgewandelt, so erinnerte dies offenbar immer noch zu sehr an ihren Ursprung an die Göttinnen-Triade. Also wurden die drei Herren auf ihren Kamelen erfunden.

Die Bethen in Beth-lehem

Die Geschichte, dass da weder Heilige, noch drei, noch Könige vor rund zweitausend Jahren nach Beth-lehem kamen (wo eigentlich eher die Bethen hingehören, die bei einem neugeborenen Kind wahrscheinlich auch hilfreicher gewesen wären), ist ja nicht mehr besonders neu. Im „Evangelium nach Matthäus“, mit dem das so genannte Neue Testament redaktionell beginnt, ist lediglich die Rede davon, dass „Sterndeuter (Magier) aus dem Osten“ gekommen seien (Mt 2, 1-12), von denen auch keine Namen genannt werden.

Erst im 9. Jahrhundert n.u.Z. wurden sie mit den heute bekannten Namen Kaspar, Melchior und Balthasar ausgestattet. Dass die Anfangsbuchstaben des weit gereisten Trios „K+M+B“ mit denen der, in den Ostalpen seit bald 1000 Jahren allgegenwärtigen Frauen-Trinität Katharina+Margarethe+Barbara ident sind, ist natürlich kein Zufall.

Offenbar geht es um den heute leicht durchschaubaren Versuch, die bis weit ins zweite nachchristliche Jahrtausend tief verehrte, uralte keltische Bethen-Trinität endlich durch katholische Alternativen zu ersetzen. Auch die orientalischen Könige schreiben ihre Segenszeichen mit Kreide auf den Türstock: K + M + B – was im Volk als Kaspar, Melchior und Balthasar verstanden wird. Die Kirche macht daraus zusätzlich noch „Christ + Mansionem + Benedicat“, „Christ schützt dieses Haus“.

Die Symbolfarben weiß, rot und schwarz

Das unfruchtbare Bemühen der Umdeutung der Göttinnen in orientalische Könige wird trotz versuchter Verschleierung letztendlich gerade in den Namens-Spielen und Initialen-Deutereien sichtbar! Genauso wie die schwarze Barbara, die weiße Katharina und die rote Margaretha mit ihren Vorfahrinnen Borbeth, Wilbeth und Ambeth bis in die Symbolfarben übereinstimmen, so war Kaspar der schwarze Schatzmeister, Melchior der weiße König des Lichts und Balthasar der „christianisierte“ rote Belsazar oder Baal(!), der Stierheros der syro-phönikischen Kuhgöttin und Gebieterin des Himmels Anath, mythologische „Schwester“ der fruchtbaren keltischen Ana-beth oder Ambeth!

Was ihre Segenszeichen bzw. Anfangsbuchstaben angeht, gibt es einen kleinen, aber be­deu­tenden Unterschied zwischen den Zei­chen der 3 Her­ren aus den Morgenland und jenen der Muttergöttinnen: Zwischen den Segenszeichen der „Heiligen drei Madln“ finden wir nicht das Kreuz als Zei­chen des Todes „+“ son­dern das „x“ als Zei­chen des Lebens – die Ge­bärhaltung, wie wir sie z.B. auch von der russischen Wintergöttin Rozha­nitza ken­nen – das hoffnungsfrohe Öffnen hin zur Erde und zum Himmel.

Man könnte sich sogar ganz gut vorstellen, dass sich die Original-Weisen aus dem Morgenland mit den keltischen Urgöttinnen ganz gut vertragen hätten. Denn „Weise“ zur damaligen Zeit hatten – wie auch die Bethen – Zugänge zur anderen Welt. Denn nur von dort kam es zu Weissagungen. In heutigen Begriffen ausgedrückt könnte man sagen, die drei Weisen waren Schamanen. Astrologisches Wissen, verbunden mit visionären, schamanischen Fähigkeiten machte sie dazu. Die Vorstellung ist allerdings naheliegend, dass die frischgebackene Mutter Maria gerade im Stall von „Beth“-lehem zu den drei weisen Herren aus dem Morgenland auch noch dankbar drei handfeste Urgöttinnen aufgenommen hätte.

Die vielen Spuren der alten Bethen

Die „Heiligen Drei Madln“ haben jedenfalls in vielen christlichen Kirchen gute Aufnahme gefunden und sind vor allem in Süddeutschland noch häufig zu sehen. Dies sogar in Form der drei Bethen. So findet man ausgerechnet im Wormser Dom in der Taufkapelle ein, aus der gotischen Epoche stammendes geheimnisvolles Flachrelief der Embede, Warbede und Wilbede.

Dies ist deswegen so erstaunlich, da Bischof Burchard, der Erbauer des Wormser Doms, die Verehrung der drei Frauen als Sünde bezeichnete. Diese Aussage gibt Anlass zur Vermutung, dass der Kult um die weibliche Trinität noch im 11. Jahrhundert in unserem Raum verbreitet war. Die Bethen haben es trotz christlicher Verteufelung geschafft, vom sogenannten „Dreijungfrauenstein“, der sich ursprünglich im Bergkloster in unmittelbarer Nachbarschaft zum Dom befand, auf einem Domrelief verewigt zu werden.

Bis 1968 hatten die keltischen drei Bethen sogar hochoffiziell einen fixen Platz im römisch-katholischen Heiligenkalender: am 16. September! Und sie dürfen bis heute von Bayern bis (Süd-) Tirol viele Kirchen über alten Bethen-Kultplätzen schmücken.

Ja selbst bis Rom haben sich die göttlichen Drei Jungfrauen „verirrt“, um auch dort bis heute ihre wunderbaren Spuren zu hinterlassen. Ein besonders schönes Beispiel findet sich in der Basilika Santa Maria sopra Minerva, die im 8. bzw. Ende des 13. Jahrhunderts zwar nicht wirklich „über“ (sopra) aber nahe einem zentralen Heiligtum der Göttin Minerva erbaut wurde. Minerva war einst ebenfalls Teil einer Trinität, der so genannten Kapitolinischen Trias mit Juno und Jupiter bzw. Venus.

Und siehe da, gerade in Santa Maria sopra Minerva, der römischen Hauptkirche und dem Schau-Prozess-Ort des eifrigen Inquisitions-Ordens der Dominikaner, die dort im Jahre 1633 Galileio Galilei zu lebenslangem Arrest verurteilten, finden sich auf dem Gemälde „Verkündigung“ von Romano Antoniazzo (1485) alle möglichen Ausprägungen der christlichen Entsprechung der Ur-Göttin wieder. Jungfer Maria sieht man hier in einer aufschlussreich verfänglichen Szene in trautem Umgang mit einer Frauen-Trinität, die unschwer als die Bethen oder die heiligen drei Madl’n gedeutet werden können. Sie tauscht mit den drei Frauen einen Beutel, der mühelos als Chiffre für die Gebärmutter zu entschlüsseln ist. Um die weibliche Göttin im christlichen Kontext noch komplett zu machen, fliegt Maria auch eine weiße Taube um den Kopf, die ja die Göttin Sophia vulgo Heiliger Geist symbolisiert. Bekannt sind die Bethen auch unter der Bezeichnung „Anna Selbdritt“.

Im christlichen Kontext zeigt es nicht die herkömmliche Trinität der männlich geprägten Heiligen Dreifaltigkeit sondern quasi das weibliche Pendant: Anna, ihre Tochter Maria und deren Sohn Jesus. Das Göttliche in 3 Gestalten – die weise Greisin, die reife Frau und das junge Kind – wird hier in einer einzigen göttlichen Einheit zusammengefasst. Alles entstammt einer Frau, der Anna oder auch Ahnin. Anna gilt als die Muttergöttin.

In dieser Trinität, die die 3 Generationen darstellt, ist auch das männliche Element Jesus beinhaltet, dennoch können die zahlreichen „Anna Selbdritt“-Darstellungen in ihrem Ursprung als Bethen-Trinität aufgefasst werden. Nicht zuletzt wegen des frommen Spruches: „Anna war ein selig Weib / Drei Marien gebar ihr Leib“. Um die Ahninnen-Linie der Anna auch im christlichen Kontext anzuerkennen, musste natürlich Jesus dabei sein. Anna selbst wird aber als die Trinität wahrgenommen.

Die berühmteste Darstellung der Anna Selbdritt ist das Gemälde von Leonardo da Vinci, das sich im Pariser Louvre befindet. Auch im Wiener Stephansdom begegnen wir – wenn man näher hinschaut – den Drei Bethen. Da ist zum einen der Katharinenaltar bzw. auch die Katharinenkapelle, in der bezeichnender Weise vor allem Taufen stattfinden (Wilbeth-Katharina ist die weiße, junge Kraft, die den Lebensfaden spinnt).

Dann erkennen wir im „Alten Frauenaltar“ eine zentrale schwarz gekleidete Frau, die „mit der Sonne bekleidet ist“. Sie erinnert an die alte schwarze Mutter- und Sonnengöttin Borbeth. Begleitet wird diese zentrale Frauenfigur von zwei engelhaften weiblichen Figuren in weiß bzw. rot gekleidet. Im unteren Hauptschrein des Wiener Neustädter Altars schließlich finden wir drei gekrönte Frauengestalten, die als Heilige Barbara, Maria und Heilige Katharina interpretiert werden.

Sogar die Attribute der in den Ostalpen als „Drei Madln“ titulierten „Jungfrauen“ (Spinnrad, Ur-Schlange und Bergfried) weisen unmissverständlich den Weg zu den keltischen Wurzeln. Ganz deutlich wird dies im alten Spruch „Barbara mit dem Turm, Margarete mit dem Wurm, Katharina mit dem Radel, das sind die drei heiligen Madel!“

Und nicht zuletzt haben sich die Bethen in Märchen und Sagen erhalten: „Hätt ich nur ein Kind, so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie Ebenholz“. Dieses Stoßseufzer der schwangeren Königin aus dem Märchen Schneewittchen stammt ganz offenbar aus einer Zeit als in Europa der Glaube an eine Muttergottheit nur mehr versteckt in den Erzählungen der alten Frauen weiterlebte.

Dies weist auf eine Zeit hin, in der das weibliche Prinzip der Göttinnen-Trinität unangefochten als Quelle und Garant für Licht, Fruchtbarkeit, Heilung, Geborgenheit, Wissen, Weisheit, Schutz, Warmherzigkeit, Leben/Tod/Wiedergeburt, Liebe, Freude und Glück galt.

auch: Beth, Bett, Beten, Beden, Beeten, Perchten, Beden, Pöten, Poden, Butten, Butzen Petzen (vgl: die römischen 3 Parzen), salige Frauen

Den Artikel veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung von: http://www.artedea.net/bethen-die-heiligen-drei-madln/

   

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