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Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

| Lebenshilfe | 22. März 2017

Die Aufschieberitis (med. síndromo procrastinatum) ist heilbar! Nein, nicht mit dem schulmedizinischen Allheilmittel Antibiotika, sondern mit MET! Scherz beiseite. Aber es könnte doch eines Tages, wo doch jedem menschlichen Verhalten eine Pathologie zugesprochen wird, auch sein, dass man diesem Phänomen einen lateinischen Namen und dann auch gleich ein Medikament zuordnet. Nee, eigentlich ist es ja andersherum. Erst ein Medikament und dann eine Krankheit aus dem Hut zaubern. Nein, aber jetzt wirklich Scherz beiseite. Darüber wollte ich ja gar nicht berichten.

Seit Jahren treffen wir in unseren Seminaren immer wieder auf Leute, die „Aufschieberitis“ haben. Als ich das erste Mal dieses Wort hörte, wusste ich gar nicht, was das ist, und musste nachfragen. Nun, für den Laien: Aufschieberitis heißt ganz einfach, dass du Sachen, die du erledigen solltest, wolltest, möchtest oder was auch immer, einfach vor dir herschiebst.

Ich erinnere mich noch an ein MET-Seminar vor langen Jahren in Berlin, als eine Teilnehmerin dieses Thema beklopfen wollte. Die Frage war natürlich, wie. Auf meine Nachfrage, wie denn ihr Problem aussehe, sagte sie, dass es um’s Aufräumen ihres Schlafzimmers gehe. Das schiebe sie endlos vor sich her. Sie möge gar nicht daran denken, das bereite ihr Unbehagen. Nun, da hatte ich einen Einstieg. Ich fragte sie, wie sie sich denn mit diesem Zustand fühle. Da kamen Trauer, dass sie so schlampig sei und Ärger auf sich, dass sie nicht in die Pötte kam. Dann ging es weiter mit Ängsten: dass sie es nie schaffe, dass sie immer weiter verlottere usw. usw. Als all ihre belastenden Gefühle gelöst waren, freute sie sich auf zu Hause, um endlich loszulegen. Irgendwann bekam ich dann die Rückmeldung, dass sie es geschafft hatte, das Zimmer so herzurichten, wie sie es schon lange gewollt habe.

Bei anderen liegt das Problem noch etwas tiefer. Ich erinnere eine Teilnehmerin eines Seminars, die berichtete, dass sie ihre Kleidung seit den 1970er Jahren aufbewahrt habe und schon gar nicht mehr wisse, wohin damit. Einige Damen gerieten völlig aus dem Häuschen bei der Vorstellung an die Retrokleidung der 70er Jahre und machten Vorschläge, diese zu verkaufen oder ans Fernsehen zu geben. Das alles konnte sie aber nicht aufmuntern. Denn ihr Problem war, dass sie nicht loslassen konnte. An jedem Kleidungsstück hing eine Erinnerung.

Zudem war der Inhalt ihres Kleiderschrankes auch eine Brücke zur ehemaligen DDR, ihrer verloren gegangenen nationalen Identität. Wir beklopften all ihre Ängste (loszulassen, vor dem Verlust, vor der Veränderung, es zu bedauern, wenn sie die Kleidungsstücke weggebe etc.) und ihre Trauer, auch über den Verlust der Heimat. Nach einer emotional bewegenden Arbeit war sie bei dem Gedanken, ihre Bestände auszudünnen, entspannt und froh gestimmt.

Auch kann der Hintergrund der Aufschieberitis Trotz bzw. Protest sein. Das ist besonders bei Behördengängen oder bei Steuerangelegenheiten der Fall, die man endlos vor sich herschiebt. Oftmals ist sie auch verbunden mit tiefer Lethargie, Resignation und Lustlosigkeit. Die Lebensgeister sind regelrecht eingeschlafen. Es ist kein Impuls mehr da, Initiative zu ergreifen, um etwas zu bewegen bzw. Veränderungen herbeizuführen. Zu viel Frust im Leben, erloschene Träume, traumatische Erfahrungen, wie der Verlust eines geliebten Menschen. Das Wissen, dass es einem besser geht, wenn die Dinge endlich erledigt sind, hilft hier nicht weiter. Aber das Beklopfen des Frustes, der Resignation, der Lethargie, der Lustlosigkeit und das Aufarbeiten der eigenen Traumata führen dazu, dass die Lebensenergie wieder in ihren kraftvollen natürlichen Zustand kommt. Und dann wird das Sprichwort „was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“ zu einem Ausdruck unbändiger Lebensfreude und Garant deines Erfolges.

Hier findest Du eine Liste der Klopfpunkte: tipmagazin.info/angst-wegklopfen

Wer mehr über das Klopfen wissen möchte, findet reichhaltige Informationen über Seminare, Webinare, Ausbildung und das METlifestyle-Portal auf akademie-franke.de

Unsere Kolumnisten Regina und Rainer Franke sind die Entwickler der MET-Klopftherapie. Sie haben gemeinsam sieben Bücher, vor allem für den Laien, geschrieben. Das 7. Buch „MET-Klopftherapie in der Praxis“ richtet sich vornehmlich an Therapeuten. Rainer Franke konnte in vielen Fernsehsendungen die Wirksamkeit dieser Methode demonstrieren. Gemeinsam haben sie in hunderten von MET-Seminaren ihre Methode an über 14.000 Menschen weitergegeben.

      

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