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Liebe ist ein Politikum

| Anders Leben | 21. September 2015

Gemeinschaft mit allen Wesen

Es geht in der Liebe nicht nur um Gemeinschaft unter Menschen. Unsere MitbewohnerInnen in der Schöpfung, Tiere, Pflanzen, Elementarwesen, spüren, dass hier ein nachhaltiger Heilungsprozess eingeleitet werden will, der uns allen zugute kommt. Wenn wir an die wunden Stellen kommen, wo wir verzagen möchten, dürfen wir uns einordnen in den globalen Vorgang und wissen: Die Helferkräfte sind da.

Wir sind in einem alchemistischen Vorgang der Transformation, der nur heilend wirken kann, wenn wir die Tore aufmachen. Und dann merken wir: Das, was mit der Erde im Moment geschieht, und das, was mit uns geschieht, ist viel mehr Eins, als wir glauben wollten.

Ich danke allen Liebhabern und Liebhaberinnen, die den Mut haben, das kreative Potenzial in der Liebe wieder wach zu küssen.

Liebe ist ein Politikum. Gorbatschow hat einmal gesagt: „Wir dürfen es nicht mehr zulassen, dass jemand in unserem Nachbarzimmer randaliert.“ Er sagte dies für die politische Bühne, aber es gilt auch für unser menschliches Nahfeld. Menschheitlich haben wir an neuen sozialen Strukturen zu arbeiten, am Humus des Vertrauens.

Niemand wird sein Herz vor uns verschließen, wenn wir es nicht verschließen.

Die Liebe kann nicht verloren gehen, wenn wir bei der Liebe bleiben. Dieser Kern ist unverletzbar. Die Liebe bahnt sich ihre eigenen Wege, wenn ich ihr treu bleibe. Das führt mal zu mehr Nähe, mal zu mehr Distanz, mal ins Alleinsein, aber niemals in die Verlassenheit.

Alle verzweifelten Versuche, sich mit etwas Anderem zu identifizieren als mit der göttlichen Quelle in uns selbst, kamen nur daher, dass wir Gott in unserem Innern vergessen hatten. Früher oder später werden wir aber dahin zurückkehren müssen. Denn nichts anderes hat Bestand in uns.

Als spirituell Suchende, als spirituelle Meister und als globale Friedensarbeiter werden wir diesem Aufbruch treu bleiben.

Unabhängig von der Frage, wie unser persönliches Leben gerade aussieht, unabhängig davon, ob wir allein leben oder in Gemeinschaft, zölibatär, verheiratet, monogam oder polygam: Wir brauchen Antworten im Liebesbereich, die stärker sind als unsere Angst, die die Lust und die Neugierde in uns und anderen wecken statt die Angst, an den heißen Punkten in der Liebe noch einmal verletzt zu werden.

Freier Eros und Partnerschaft schließen sich nicht aus, im Gegenteil, sie ergänzen einander. Wahrheit in der Liebe ist die Basis für jede wahre Liebesbeziehung. Die Frage, ob wir monogam leben wollen oder polygam, heterosexuell oder homosexuell, entscheidet sich auf dem Grund unserer inneren Wahrheit. Es ist kein Widerspruch, sich nach einem Partner zu sehnen und gleichzeitig nach erotischen Abenteuern. Es ist kein Betrug. Zum Betrug wird es nur, wenn wir es vor unseren Partnern verschweigen müssen!

Es gibt eine Treue, in der die Zuwendung eines Liebespartners zu einem anderen keine Verlustangst mehr auslöst, sondern Freude und Zuwachs an Eros und Vertrauen.

Mit dieser Erfahrung werden wir eines Tages aufwachen und sagen: Unser Abenteuer ist nicht mehr der Krieg, sondern die Liebe. Der Eros ist unsere heilige Quelle des Lebens und der Liebe geworden. Unsere Sexualität hat ihren Anker wieder in der universellen Ordnung des Lebens und ist uns heilig, so heilig wie das Leben selbst. Daraus wird eine neue erotische Kultur hervorgehen, in der Krieg undenkbar wird. Wir sehen die Möglichkeit, den Krieg in der Liebe zu beenden und damit vollkommen neue Formen des Zusammenlebens und neuen sozialen Strukturen einzuleiten. Die Liebe ist eine zentrale Keimkraft für die Entstehung einer neuen Friedenskultur, die nicht auf Verzicht basiert, sondern die Fülle des Lebens bejaht.

Hier liegt ein verborgener, aber doch deutlich sichtbarer Ausweg aus der Sackgasse unserer Zeit, hin zu einer partnerschaftlichen Kultur, in der keine Mutter mehr ihre Söhne in den Krieg schicken muss, in der kein Vater mehr sein Leben hingeben muss, um sein Land zu verteidigen. Es wird keine Kriegs- und Verteidigungsministerien mehr geben. Die Militärbasen verwandeln sich in Friedensuniversitäten, in denen der Schutz für diesen Planeten geübt und gelernt werden kann. Liebe und Sexualität sind Basisfächer für jeden erwachenden Menschen, der ein verantwortliches Mitglied werden möchte in dieser Kultur. Es entstehen LiebhaberInnen und GärtnerInnen einer neuen Erde – terra nova, in der Eros und Dauer in der Liebe wieder eine Chance bekommen. Für die Zukunft unserer Kinder.

Nach meiner Pilgerschaft nach Israel-Palästina schrieb ich:

"Und nun beginnt der Weg zurück zu unserer inneren Quelle. Du lehnst dich zurück und erkennst fast heiter: Alles, was da so tobsüchtig kämpfte in dir, das bist du nicht!

Das ist der kollektive Schmerzkörper unserer Geschichte – der Geschichte von Frauen und Männern oder Deiner Nation oder Deiner Familie oder verschiedener Inkarnationen -, der uns erfasste und der nun in uns tobt. In uns Menschen führt dies oft zu einer fast süchtigen Art der Täterschaft, in der wir uns selbst als Opfer sehen. Unser höheres Bewusstsein aber ging unversehrt aus dieser Geschichte hervor. Es identifiziert sich nicht mit dieser Tortur. Geduldig wartet es darauf, dass wir zu ihm zurück kehren. Wir wissen jetzt: Dies war nicht der Weg. Dies ist der Weg, den wir verlassen werden. Unser Weg aus der Sackgasse wird zu einem Weg des Erkennens. Wir treten in die Zeugenschaft der Vorgänge in uns selbst. Das ist nicht unbedingt immer nur angenehm. Denn es kommen unbehagliche Dinge zutage. Jetzt haben wir es gelernt, auch da, wo es etwas unangenehmer wird, gelassen zu bleiben.“
(aus „GRACE- Pilgerschaft für eine Zukunft ohne Krieg“)

sabine_lichtenfelsSabine Lichtenfels,
Geboren l954, studierte sie Theologie in Deutschland. Heute bekannt als Autorin verschiedener Bücher und als Mitbegründerin des Friedensforschungszentrums Tamera in Portugal. Ihr Wissen und ihre Aktivitäten umfassen: internationale Friedensarbeit; politische Netzwerkarbeit für den Plan der Heilungsbiotope; Gemeinschaftswissen und -entwicklung; spirituelle Forschung; neues Frauenbewusstsein; Versöhnung zwischen den Geschlechtern; Wahrheit in Liebe und Eros. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrem radikalen Engagement ist sie eine Botschafterin für die Perspektive Weltfrieden. Sie war 2005 als eine von „1000 Frauen für den Frieden“ für den Friedensnobelpreis nominiert.

   

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Eine Antwort zu “Liebe ist ein Politikum”

  1. Das Problem der "zivilisierten Gesellschaft" ist DIE Krankheit – die ich die "Kollektive Zivilisations-Neurose" (KZN) nenne. Grundlegende Heilung ist in jedem Einzelfall möglich. Sie mein Text "Wahre Heilung" auf meiner HP.

     

    Herzlichen Gruß!

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