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Räucherkräuter sammeln und trocknen

| Räuchern | 9. Oktober 2014

Und weiter geht es in unserer Rubrik zum Thema Räuchern. Heute schreibt Walter Siegl etwas über’s Kräutersammeln:

Im Grunde ist das Sammeljahr schon fast vorbei. Allerhand Wurzeln oder Hölzer und Harze gilt es noch für das Räucherwerk vorzubereiten und zu trocknen.

Da fange ich gleich mal beim Harz an: Harz soll erst ‚geerntet‘ werden, wenn es knochenhart ist. Dann ist es reif, energetisch stärker, und lässt sich auch beim mörsern besser verarbeiten, es klebt nichts mehr fest. Hie und da passiert es mir auch, dass ich einen Klumpen Harz erwische, der innen noch weich ist. Entweder lasse ich ihn dann über einen langen Zeitraum an der Luft trocknen, oder ich nehme ihn, lege ihn in eine leere Teelichtschale und stelle diese auf das Sieb meines Stövchens, so hab ich den waldharzigen Duft unseres Waldweihrauchs frisch in der Nase.

Das ganze Jahr über verwöhnt uns Mutter Natur mit vielerlei Blüten, Blättern, Kräutern usw. Und auch das können wir gleich auf die glühende Kohle legen und so schon mal den starken Duft genießen. Nicht gleich zuviel nehmen, damit die Glut nicht erlischt.

Kräuter sammeln

Ich erzähle Euch einfach, wie ich es mache, ohne Anspruch auf alleinige Gültigkeit zu erheben.

Wichtig ist mir die Achtung beim Umgang mit den Pflanzen, und zwar bei allen, mit denen ich zu tun habe, nicht nur mit den Räucherkräutern. Nun, ich stehe jetzt nicht da und bitte die Pflanzen, ob ich sie mitnehmen darf. Im Grund bin ich mir sicher, dass sie meine Absicht schon früher erkannt haben. Trotzdem nähere ich mich ihnen in Achtsamkeit, und selbst da ich viel Material für meine Mischungen benötige, veranstalte ich keinen Kahlschlag. Ich spreche mit dem Hüter der Pflanzen, teile ihm mit, was ich vorhabe und nehme soviel, dass es fast nicht bemerkbar ist.

Oftmals ist es für mich so, als ob ich die Freude der Kräuter spüren könnte, da sie von mir für einen ‚höheren‘ Zweck verwendet werden. Natürlich habe ich immer etwas dabei, um ich dort zurückzulassen. Sei es Kupfer (Centstücke) oder Tabak (Zigarette zerbröseln).

Ok, ich gebs auch zu, schon Pflanzen getroffen zu haben, und nichts war zum tauschen griffbereit. Nun, dann hab ich ein Liedchen gesungen und das hat auch gepasst. Es kommt darauf an, wie wir im Herzen eingestellt sind.

Noch etwas zum passenden Zeitpunkt: Es ist mir früher oft passiert, dass ich nur deswegen das eine oder andere Kräutlein nicht ernten konnte, da es beim richtigen Zeitpunkt entweder regnete, oder ich aus anderen Gründen verhindert war – was ja auch irgendwie blöde ist. Landläufig wird auch davon gesprochen, dass die Pflanzen am einen Ort mehr, an einem anderen weniger Energie hätten. Das ist sicher so, doch was tun, wenn es dauernd regnet? Ich bin mir sicher, wenn wir bei der Verarbeitung der Räucherkräuter mit Herz und Seele dabei sind, dann werden sie auch energetisch aufgeladen.

Wenn ich merke, dass ich nicht ‚gut drauf‘ bin, dann lange ich kein Kräutlein an und mische auch nichts.

Kräuter trocknen

Das gibt es auch wieder einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Schön, schonend und romantisch ist es, wenn wir eine geräumige, alte Holzhütte haben, bei der der Luftdurchzug stimmt und wir unser baldiges Räuchergut in der schattigen Wärme trocknen können. Ja, das mache ich auch – doch was soll man bei unserem heurigen feuchten Sommer tun? Vorbei war’s mit der Romantik.

Ich habe schon Blättchen und Zweiglein in Körbchen gelegt und am Kachelofen getrocknet. Jetzt, im neuen Geschäftsraum, der noch nicht ganz fertig ist, habe ich sie auf einen Wäscheständer gehängt, der hinterm Schaufenster stand. Ich habe meine ‚Kinder‘ im wohligen Schatten von Bäumen ‚reifen‘ lassen, oder schon mal auf die Dampfheizung gelegt, wenns eilig war. In meiner letzten Wohnung hatte ich in der Küche einen großen Holzherd – und darüber montiert war ein tolles Gestell – auch das hab ich zum Trocknen genommen. Jetzt kann ich einen riesengroßen Dachboden nutzen, und da hat nun alles Ruhe und Zeit, um die überflüssige Feuchtigkeit heraus zu schwitzen. Das ist nämlich auch ein kleines Problem: Raum und Zeit – selbst bei uns Räucherern. Trockengeräte habe ich noch nicht benutzt, hab es auch nicht so schnell vor, darum kann ich dazu auch nichts berichten. Wenn Ihr sie ausprobiert, schreibt doch einen kleinen Kommentar, dann kann es auch anderen Räucherern helfen.

Kräuter lagern und verarbeiten

Die meisten RäucherkünstlerInnen, mit denen ich mich austausche, verarbeiten die ganze trockene Pracht sofort und füllen sie in schöne, beschriftete Gläser ab. Oh ja, das habe ich auch lange gemacht. Doch jetzt nehme ich erst die ‚Trockensträuße‘ und verarbeite sie, wenn ich sie benötige, denn so riechen sie noch intensiver, denn die aromatischen Öle sind noch nicht alle verduftet.

Nein, ich hänge die trockenen Kräuter auch nicht auf, da habe ich Angst, dass dann doch der Hausstaub mit der Zeit eine Patina hinterläßt. Ich habe die meisten Räucherkräuter in Papiertüten oder Kartons gelagert. Da sind sie geschützt, und trotzdem kann noch eventuell vorhandene Restfeuchtigkeit abziehen.

Fichtenzweige lasse ich, wie sie sind, stecke sie in Papiersackerln, denn die Nadeln fallen mit er Zeit von selbst ab.

Ich wünsche euch allen viel Freude beim verarbeiten unserer geliebten Pflanzenhelfern.

Walter

Unser Autor Walter Siegl arbeitet seit 30 Jahren „energetisch“. Er trommelt, hält Rituale ab und seit einigen Jahren beschäftigt er sich intensiver mit dem Thema „Räuchern“. Inzwischen gibt er Seminare zum Thema und stellt selbst Räuchermischungen her.

Seinen Shop findet Ihr hier:  www.waldviertler-raeucherwerkstatt.at (Achtung, neue Homepage!)

  

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