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STEPPPS – Peacewalk

| Anders Leben | 3. Februar 2014

Deutschland – Israel – Palästina –
Israel – Deutschland

Gehe ich Schritt für Schritt mit …
mit STEPPPS, dem PeaceWalk – in Deutschland beginnend bis nach Indien, Tibet und Burma gehend.

Von Thomas Heinrich Schmöckel laufend neu ins Leben gerufen.

Danke, Danke, Danke …
für all die Wunder, die mehr und mehr sichtbar auf Erden werden, für all die Menschen, die ihrer Sehnsucht nach Frieden und Liebe tatsächlichen Ausdruck geben, für die himmlischen Führungen, die Begegnungen über Grenzen hinaus, auf HerzEbene Wirklichkeit werden lassen.

Kurz vor Weihnachten 2013 erinnerte Thomas mich, dass ich vor Beginn seiner FriedensPilgerung vom Frühjahr 2012 sagte, dass ich gern in Israel mitlaufen würde.

Im Herzen berührt davon, organisierte ich für Anfang Januar 2014 einen Flug nach Tel Aviv in Israel und hatte 7 Tage vom 13.-20. 01. 2014, um mit Thomas und Hans, der ihn für einige Wochen begleiten würde, mitzupilgern.

Montag, den 13.1. treffe ich Thomas und Hans in Newe Shalom, was Neuer Frieden bedeutet. Wir sind untergebracht bei Howard, der uns Essen und einen Schlafplatz anbietet. Howard berichtet, dass seit über 30 Jahren dieses Dorf besteht, in dem Palästinenser und Isrelis als Nachbarn zusammenwohnen, um gemeinsam einen Ort des Neuen Friedens im Alltag zu kreieren.

Welch wunderbarer PilgerStart für die kommenden 7 Tage.

Nach gemeinsamer MorgenMeditation und Frühstück geht es los. Ich bin neugierig, wie meine mitgebrachten schmerzenden und müden Beine den Weg nach Bet Shemesh, dem Heim der Sonne, gehen. In unserer Mittagspause nehmen wir uns Raum und Zeit für eine Heiltöneinheit. Zwischen wilden Alpenveilchen rosa bis pink blühend und Osterglöckchen widmen wir uns dem Thema der jüdischen Vorfahren und Ahnen für Lichtung und Wahrhaftigkeit.

Weiter auf dem Israel Wanderweg finden wir einen „etwas längeren“ Weg nach Bet Shemesh. Mit meinen Willen des Weitergehens und einem innerlichen Mantra: „Schritt für Schritt ist Glück“, schaffen auch meine Beine den letzten Anstieg zum Zentrum der Stadt. Wir sind überrascht von diesem hauptsächlich arabisch besiedelten Ort mit auffällig vielen afrikanischstämmigen Menschen. Anscheinend sind es Flüchtlinge und ein neues politisches Thema für Israel.

Nach erneuter Fokussierung, einen Schlafort zu finden oder auch uns finden zu lassen, kommen wir zu Raphael und seiner Familie, die sichtlich aufgeregt sind über dieses „laufende“ FriedensProjekt. Freunde und Bekannte werden angerufen, während wir mit Getränken, warmer Dusche, 2 SchlafZimmern und einer Waschmaschine mit Trockner versorgt werden. Nach dem gemeinsamen koscheren Essen sehen wir die Finalsendung von XFaktor, in der eine philippinische Einwanderin diesen israelischen TalentSongContest gewinnt.

Am nächsten Morgen finden wir nach anfänglichen Orientierungsverwirrungen den Weg hinaus aus der Stadt in Richtung Matai. Das Gefühl von „in welchem Land sind wir eigentlich“? Ist das nun Westbank, also palästinensisch, Israel oder sogar ein Bereich des Niemandslands, wozu Newe Shalom gehört? Davon erzählte Howard uns.

Als wir dann nach einigen Kilometern die Hauptstraße auf den wiedergefundenen IsraelTrail Richtung Matai finden, gehen wir durch weißfelsige Waldgebiete. Das Gefühl: nun gehen wir in Richtung Bethlehem, wie einst die hochschwangere Maria und Joseph, breitet sich ehrfürchtig und beglückt aus.

Schwerfüßig und mit starker Willensanstrengung komme ich körperlich Schritt für Schritt voran. Meine Seele hingegen tanzt vor Freude, hier auf diesem wunderschönen Weg gemeinsam mit Thomas und Hans gehen zu dürfen.

Wir kommen zum Sonnenuntergang in Matai an und werden von einem freudig schwanzwedelnden weißen Hund am Eingangszaun begrüßt. Um in den Ort zu kommen, gehen wir durch das Tor im Zaun. Wie so viele Orte, ist auch dieser israelische Ort als „Settlement“ auf palästinensischem Gebiet umzäunt. Der Ort fühlt sich einladend an und nach kurzer Zeit, eingeladen durch ein warmes freundliches Licht im Fenster, sind wir bei einer jungen Familie mit vielen Kindern, die Freunde, Helfer und weitere Kinder zu Besuch haben. Das Leben blüht in diesem Haus, und nach anfänglichen Überlegungen ob wir noch in diese Familie mit hineinpassen oder doch zu dem befreundeten Schlafangebot gehen, bleiben wir.

Am Abend kommt Tari, der Vater der Familie von seiner Arbeit an der Universität in Jerusalem, wo er eine Professur in „Buddhismus“ inne hat, nach Hause. Liebevoll begrüßt er seine Kinder und seine Frau Yara. Danach uns, mit so offenem Herzen wie zuvor seine Frau,

Angeregt durch die besonderen Bedürfnisse ihres ältesten 12 jährigen Sohnes, die er als Baby mit seinen Eltern seit einem Autounfall hat, sind alle Nahrungsmittel von höchster biologischer Qualität und ich fühle mich gut genährt und erfüllt.

Durch das Verlieren von Thomas‘ Telefon bei der vorherigen Familie ergibt sich ein Austausch von Yara und Raphael in Beth Shemesh, da Yara das Telefon von Thomas abholt.

Dadurch kommen wir etwas später von dort Richtung Bethlehem los und konnten ausgiebig und gut frühstücken.
Das Laufen geht an diesem Tag sehr gut. Meine Beine fühlen sich leicht und kräftiger an. Nach anfänglichem Naturweg verbindet sich der IsraelTrail mit der Straße, die weiter in Richtung Jerusalem fährt. Ja, es wird als nächster Ort nur Jerusalem erwähnt und nicht das viel näher liegende Bethlehem, was mich irritiert. Nach einem Hügel sehen wir dann Bethlehem und es gibt immer noch keinen Hinweis auf den Schildern. Bethlehem in Palästina ist von hohen Mauern umgeben. Es gibt von der Hauptstraße aus einen kleinen Tunnelweg, der in die Stadt hineinführt. Das wurde uns vorher von Tari erzählt. Am Eingang von diesem Tunnel steht ein großes, imposantes, rotes Schild auf dem steht, dass es für Israelis lebensgefährlich sei, sich in das palästinensische Gebiet zu begeben. Dieses Schild ist von der israelischen Regierung aufgestellt worden und nicht von der palästinensischen, wie ich es am Anfang vermutete.

Mit großen Augen und einem etwas aufgeregten Gefühl gehen wir unter der Hauptstraße hindurch, hinein in den Geburtsort von Jesus Christus. Wir finden zugleich einen kleinen Olivenbaumhain und schwingen uns in Andacht und Klang zu Sonnenuntergang auf diesen moslemischen Ort ein. Tief beglückt, erfreut und willkommen machen wir uns in Richtung Zentrum auf. An einer russisch orthodoxen Einrichtung wird uns freundlich und auch auf deutsch sprechend weitergeholfen, den Weg zum Zentrum weiterzugehen.

Insgesamt dauert es 2 Stunden bis wir vom Hotel Sankt Gabriel zu dem MitarbeiterInnen-Eingang der großen Klosteranlage der „Töchter der Charité“, auch Holy Family genannt, geführt werden. Der Hotelmanager hat uns nicht gesagt, wohin wir zum Schlafen geführt werden, so ist meine Überraschung groß, als wir hinter der kleinen Tür eine riesige saubere Klosteranlage entdecken. Nach einigem Suchen finden wir einen Seiteneingang, wo im Nebenraum gerade die Nonnen zu Abend speisen.

Herzlich werden wir empfangen und gleich werden die Speisen mit uns geteilt. Gern dürfen wir im ‚Guesthouse‘ übernachten, wo uns 2 SchlafRäume für 2 Nächte zur Verfügung gestellt werden. Es fühlt sich an, wie ein zur Ruhe kommen am Ort der Geburt Jesus Christi.

Die Managernonne erzählt uns aufgeschlossen von ihrer Mission, den Ärmsten im Land zu dienen …. Und das sind die Kinder und die Frauen. Es gibt hier ein Heim für Kinder von der Geburt an bis zum 6. LebensJahr und ein Hospital, in dem auch Kinder zur Welt gebracht werden.

In der gelebten moslemischen Form hier, dürfen Frauen nicht außerehelich schwanger werden. Ist dies der Fall, läuft die Frau Gefahr, umgebracht oder zumindest aus der Familie ausgestoßen zu werden. Diese Frauen wenden sich an diese Einrichtung für Unterstützung und bringen ihre Kinder hier zur Welt oder geben sie hier ab oder setzen die Neugeborenen irgendwo aus, wo sie, wenn sie gefunden werden, zu dem Kloster gebracht werden.

In bunten Farben sind die Wände des Heimtrakts bemalt, mit Motiven aus dem „Kleinen Prinzen“. Die Kinder sind in Schlafsälen nach Alter aufgeteilt, in denen ordentlich und sauber Bett an Bett aufgestellt ist.
Die Nonnen und der Sozialarbeiter setzen sich bei der Regierung seit Jahren dafür ein, dass die Kinder und Frauen Rechte erhalten. Viele Kinder aus dem Heim erhalten keine Papiere. Nach dem 6. Lenbensjahr müssen die Kinder in ein staatliches moslemisches Heim. Denn auch ohne Papiere werden die Kinder ohne Eltern von Geburt an als Moslems angesehen, und so sollen sie auch erzogen werden.

Wie ist ein internationaler Frieden möglich, wenn Frauen und Kinder unter starken Repressalien zu leiden haben?
Große Hochachtung empfinde ich vor diesen Nonnen, die ihr Leben dem Dienst an den Ärmsten und Gott gewidmet haben. Schwester Elisabeth antwortet auf eine Frage von mir, dass sie alleine die Bewirtschaftung dieser „Einrichtung“ nicht schaffen würden. Nur mit göttlicher Hilfe wäre das möglich. Humor, Hoffnung und Vertrauen strahlen aus ihrem Herzen.

Nach Meditation und Frühstück machen wir uns auf den Weg in Richtung „Nativity Church“, der Geburtskirche von Jesus Christus. Thomas hat noch einen Kontakt von der „Holy Land Trust“ Organisation, mit dem Begründer Sami Awad. Er möchte ihn gern persönlichen kennenlernen.

Seit über 15 Jahren ist Sami mit dieser Organisation international bemüht, ein Friedensbewusstsein zwischen Israel und Palästina zu kreieren. Durch internationale Berichte aus der Friedensarbeit ist Thomas auf ihn aufmerksam geworden.

Auf dem Weg zur GeburtsKirche spricht uns ein „mobiler Teemacher“ an. Thomas fragt ihn sogleich, ob er Sami kenne. Dieser bekommt gleich große Augen, bringt seinen Tee vom Tablett noch weg und führt uns dann zu dem Haus der Holy Trust Organisation von Sami, was gleich um die nächste Straßenecke liegt. Wir werden freundlich empfangen und zum Assistenten von Sami gebracht, der den vollen Terminkalender von ihm verwaltet. An diesem und an dem folgenden Tag gibt es kein freies Begegnungsfenster. Telefonnummern werden ausgetauscht, mit der Absicht, dass sich vielleicht doch noch eine Möglichkeit finden wird.

Wir nutzen dankbar den vorhandenen Meditationsraum, um eine HeilTönEinheit für den „Unfallschock“ der vorherigen BeherbergungsFamilie in wandelnde Schwingungen zu bringen. Beim Tönen berührten wir gleichzeitig mehrere Ebenen vom familiären, individuellen Schock und weitläufigeren Schockthemen von Israel und seinen historischen, weiblichen und männlichen Erlebnissen.

Am Hauptplatz Bethlehems gibt es ein „FriedensZentrum“ an dem ich eine Karte vom Land Palästina kaufe. Im gemeinsamen anschauen mit Thomas und Hans werden mir die „nebulösen“ Israel – Palästina Landzuordnungen, die sich über die Jahre hin entwickelt haben, deutlicher: Israel wird immer größer seit 1948 und Palästina wird immer kleiner und zerstückelter.

Wir verbringen den weiteren Nachmittag einzeln, mit dem Besuch der Kirchen und seiner besonderen Plätze.
Am kommenden Morgen teilen Sami Awad und ein beruflicher Freund namens Axx das Frühstück mit uns. Die internationale interreligiöse Zusammenkunft im CafeRaum der Nonnen im Kloster ist freudig und inspirierend.

Eine Erzählung vom friedlichen Widerstand begleitet mich, als Sami sagte, dass der Widerstand sich von einer politischen linearen Bewegung zu einer sich inneren Transformation und zyklischen Kraft gewandelt hat. Als Beispiel erzählt er von dem FrauenFriedensLauf in Stille, der von Jerusalem nach Bethlehem ging. Ein Zusammenlaufen von israelischen und palästinensischen Frauen in Frieden und Stille und die Männer im Hintergrund wachsam und aufmerksam. Diese energetische Kraft habe Sami tief berührt und in ihm einen Wechsel in seiner Friedenssicht bewirkt. Des weiteren macht er mir bewusst, dass zwischen Deutschland, Israel und Palästina eine Verbindung zum Thema Schuld besteht und dass der Täter – Opfer – Kreislauf weiter seine Runden zieht, wenn er nicht individuell und kulturell gewandelt und geheilt wird. Und genau zu diesem Thema macht die Holy Land Trust Organisation International und auch in Deutschland Bewusstseins- und Heilungsarbeit.

Mit einem Kreis in Stille verbinden wir uns und gehen anschließend auseinander. An diesem 18.01.2014, zur armenischen GeburtsFeier Jesus Christi, pilgern wir weiter von Bethlehem, dem Geburtsort von Jesus Christus nach Jerusalem, dem Todes- und Wiedergeburtsort vom Christus. Welch ein Segen, diese zyklische Kraft an diesem Tag zu spüren und zu befrieden im Gehen.

Wir gehen an der Mauer entlang und suchen den Durch- und Übergang zur israelischen Seite. Der, den wir finden, ist nur für Autos. Wir werden weitergeschickt umd finden den für Fußgänger. Als wir hindurch gegangen sind, sehen wir auf der anderen Seite, dass der direkt neben dem Autodurchgang liegt, wir jedoch ziemlich weit dafür laufen mussten.

Es ist Samstag, also jüdischer Shabbat, an dem nicht gearbeitet und auch keine weiteren größeren Anstrengungen von Juden unternommen werden. So sind die Straßen relativ leer. Im Vorort von Jerusalem, einer Wohnsiedlung machen wir an einer Bushaltestelle Rast.

Dann laufen aufgeregt Männer an uns vorbei, wobei der eine eine schwarze Pistole trägt … Mir ist nicht ganz deutlich, ob es Spiel oder Ernst ist, vor allem weil direkt danach zwei jüngere Männer an uns vorbeigehen und einer eine schwarze Pistole trägt, die er anscheinend im Spiel auf den anderen richtet und ab und zu mit einem hörbaren Klick abdrückt. Fühlt sich sehr surreal für mich an.

Nach einiger Zeit erhalten wir eine direkte Wegbeschreibung für die Alte Stadt in Jerusalem und pilgern durch das Zion Tor hinein in das jüdische Viertel. An einem offenen Platz genießen wir die letzten Sonnenstrahlen und das Shabbatleben am Platz.

Alle drei wundern wir uns, wie leicht und schnell es von Bethlehem hier nach Jerusalem ging, auch wenn die Mauern der Grenze und der israelische graue Grenzübergang abweisend und beängstigend befangen hätte machen können.

Nun geht es auf Unterkunftsuche in die Stadt.

Ein Bekannter von Thomas, der hier wohnt, ist telefonisch informiert und hört sich auch für uns um, hat sich jedoch noch nicht gemeldet. So kommen wir ins christliche Viertel und fragen dort in einem Guesthaus. Dort ist nichts frei, sie geben uns jedoch drei weitere Guesthousewegbeschreibungen. Nach mehreren Anfragen spricht Thomas eine junge Frau an, die sehr interessiert an dem Projekt ist und wir uns herzlich umarmend verabschieden.

Sie ist Studentin hier und stammt aus den USA. Sie erzählt, dass sie sich organisatorisch in Jerusalem eingelebt hätte, es sich jedoch innerlich noch ‚verwirrend‘ anfühlt. Auf unserer Unterkunftsuche fühlt es sich gerade auch etwas ‚ verwirrend ‚ an mit all den verschiedenen Glaubensvierteln, die wir in kürzester Zeit mit den unterschiedlichsten Eindrücken ‚ durchlaufen‘ haben. Während dieses Zusammentreffens klingelt Thomas‘ Telefon, sein Bekannter hat jemanden gefunden, der uns aufnehmen möchte.

Wir verabreden wir uns am Damaskustor und finden durch das Jaffator hinaus, zu ihm: Ibrahim, ein arabisch aussehender Mann, der gerade mit Touristen im Gespräch ist und uns nur kurz begrüßt. Ohne die Möglichkeit, etwas zu erzählen oder zu fragen landen die drei weiteren Touristen , Ibrahim und wir in einem Bus, der uns von der alten Stadt wegfährt. Es fühlt sich ein wenig wie eine Schnitzeljagd an, denn wir wissen nicht, wohin es geht und ab und zu erzählt Ibrahim auf Englisch etwas zu bestimmten Plätzen, an denen wir vorbeifahren.

An einem Aussichtsplatz halten wir an und können die nächtliche Aussicht auf die alte Stadt genießen. Wie sich später herausstellt sind wir auf dem Ölberg gelandet und übernachten in einer Art ‚Hostel für den Frieden‘ mit internationalen Gästen in einem arabischen Viertel. Ibrahim bewirtet uns und erzählt und erzählt von seinen interreligiösen Friedensphilosophien und seiner Idee, aus diesem Ort eine Art Friedensort, wie ‚Tamera‘ in Portugal zu machen.

Ohne dass wir irgendetwas besprechen können, gehen wir müde davon aus, hier bleiben zu können.

In dem Mehrbettschlafraum ist es kalt und für meine Nase kaum zu ertragen. Ich fühle mich nicht wohl und möchte am liebsten weiterziehen. Nach kurzem Austausch mit Hans und Thomas bleiben wir und ich ziehe in ein Zimmer mit einer jungen Deutschen ein. Während der Morgenmeditation ist innerlich zu spüren, welch Licht an diesem Ort strahlt und ich bin froh weiterhin offen geblieben zu sein, auch wenn es sich zuerst für mich ‚unerträglich‘ angefühlt hat. Eine besondere Herzöffnungsschulung für mich an diesem Ort.

Wir entscheiden, weiter hier zu bleiben und somit wird meine letzte Nacht in Jerusalem an diesem besonderen Hostel auf dem Ölberg sein.

Nach der Meditation entscheiden wir uns gleich weiterzumachen mit einer HeilTönEinheit für die WiederErinnerung an die heile Heilige Weibliche Kraft in dem Heiligen Land von Israel und Palästina. Wunderschön und erfüllend in Herz und Raum gehen wir dann zum Frühstück. Danach verändert Thomas Aushangsanweisungen  im Hostel von ‚your mother is not here‘ zu ‚ be your mother‘ und wir räumen auch einige Gemeinschaftsflächen auf. Ich fühle mich tief beglückt, diese Erfahrungen in Gemeinsamkeit machen zu dürfen und mein Herz in Frieden zu fühlen, mit dem was ist.

Wir gehen den ‚Eselsweg‘ am Ölberg hinab und kehren in den Olivenhain ein, an dem Jesus am Karfreitagmorgen festgenommen wurde. Beim Verlassen von diesem touristisch eingerichteten Ort, werden wir von israelischen Soldaten aufgehalten. Ein englischsprechender etwas älterer Herr erzählt uns, dass gleich ein kanadischer Minister oder sogar der Premierminister vorbeikommt. Hinter uns taucht eine Frau auf, die sagt, sie hätte auch einen Minister aus Serbien hier und möchte durch, dahinter steht eine japanisch folgsam wartende Touristengruppe und davor noch die arabisch wirkenden Torwärter. Eine Kreuzung von unterschiedlichsten Menschen auf der Welt kommen hier zusammen und halten einen Moment inne in ihren persönlichen ‚ Wichtigkeiten‘.

Eine Verbindungskreuzung erinnert mich an die Kraft von Neuen Verbindungsenergien aus der Kreuzigung heraus.
Dieser Moment ist magisch und löst eine wundervolle kindliche Freude in mir aus.

Durch das Lionsggate gehen wir wieder in die alte Stadt, um zu versuchen, in den Tempel mit der goldenen Moschee zu gelangen. Wir werden am Tor abgewiesen, weil heute, am Sonntag, nur der Eintritt für Moslems erlaubt ist, auch das Beschreiben von Thomas, dass er sich mit allen Religionen verbunden fühlt und diese lebt, hat keinen Erfolg. Mein Wunsch ist, noch die Klagemauer zu spüren und ich stelle zuerst erstaunt fest, dass die Klagemauer im englischen als Western Wall benannt ist, und ich mich frage woher im Deutschen der Begriff der ‚Klagemauer‘ stammt. An der Mauer selbst, die in männliche und weibliche Bereiche eingeteilt ist, empfinde ich den Ort als intensiven Gebetsraum und fühle mich verbunden mit den meist jüdischen Frauen, die in Stille oder gesprochen ihre Gebete senden. Dieser Ort trägt die geschriebene Botschaft, dass hier die ‚Göttliche Essenz‘ ruht; am Tempel Salomons.

Überglücklich, diesen Moment leibhaftig zu erleben, steigen wir weitere Treppen hinauf und fühlen uns angezogen von den musikalischen Klängen eines Klaviers. Wir werden in eine Art Lagerraum hineingebeten, wo wenige Stühle stehen und ein Klavierspieler an seinem Instrument sitzt. Wir teilen seine Musik und er erzählt, dass er nur mit seinem ganzen Herzen spielen kann und seit etwa zehn Jahren erkannt hat, dass seine Art zu spielen die Herzen der Menschen berühre. Je nach Nationalität der ZuhörerInnen spielt er ein Lied aus dem jeweiligen Land. Wir genießen dieses kleine Konzert und Thomas faltet auch für ihn, wie vielen, denen wir begegnen, einen Friedensvogel. Gemeinsam mit dem Pianisten verlassen wir den Raum und verabschieden uns herzlich. Ich gebe ihm die Hand, weil ich nicht sicher bin, ob ich als fremde Frau ihn als jüdisch Glaubenden körperlich umarmen darf. Die beiden Männer umarmen ihn. Ich wollte schon weitergehen und dann spricht er mich auf eine Umarmung an. Wir umarmen uns warm und herzlich und gehen dann auseinander. Nach kurzer Zeit treffen wir uns wieder und er möchte uns ein Stück unseres Weges begleiten. Zuerst fragt er uns, ob irgendjemand mit jemandem verheiratet ist und wirkt irritiert, dass es nicht so ist. Dann sagt Thomas ihm, dass wir im Pilgern an sich in Stille gehen. Nach einem kurzen Stück verabschiedet er sich und sagt, dass ihn die Umarmungen sehr berührt haben.

Es ist wahr … Frieden beginnt im Innern, von Herz zu Herz, wenn Liebe fließt.

Mögen unsere Herzen weich werden für die sanften starken Momente der Gefühle von Liebe, die zwischen allen Wesen in Begegnung und Berührung fließen.

Am Abend machen wir eine letzte Austausch-Sharingrunde. Diese 7 Tage mit Hans, Thomas und dem Steppps-Peacewalk-Projekt haben mir ungeahnte Türen zu mir und anderen geöffnet.

Schritt für Schritt wird der Moment mehr und mehr in seiner göttlichen Vollkommenheit sichtbar.

Salam
Shalom
Om Shanti Om
Friede sei mit Dir

Sandra Tants

KONTAKT: Thomas Heinrich Schmöckel
STEPPPS – Peacewalk
www.steppps.net
Facebook: Steppps – Peacewalk

     

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