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Ursula Sladek erhält den Deutschen Umweltpreis 2013

| Ökologie | 5. November 2013

Ursula Sladek, Vorstand der Netzkauf EWS eG und Mitbegründerin der Elektrizitätswerke Schönau (EWS), wird mit dem Deutschen Umweltpreis 2013 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ausgezeichnet. Mit der Vergabe werden Einsatz und Leistungen ausgezeichnet, die jetzt und zukünftig entscheidend und in vorbildhafter Weise zum Schutz und zur Erhaltung unserer Umwelt beitragen. Der höchstdotierte Umweltpreis Europas wurde am 27. Oktober von Bundespräsident Joachim Gauck in Osnabrück übergeben.

Der Generalsekretär der DBU, Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, würdigte die Preisträgerin bei der Bekanntgabe mit den Worten: „Ihr Mut und ihre Tatkraft sind ein außergewöhnliches Beispiel für das Gelingen der Energiewende vor Ort. Aus einer Bürgerinitiative in Schönau gründete sie den ersten Ökostromanbieter Deutschlands und lebt die Vision einer dezentralen und umweltfreundlichen Energieversorgung. Von Anfang an setzte sie auf eine enge Zusammenarbeit mit den Bürgern und beweist, dass man sich gemeinsam auch gegen eigentlich übermächtige Groß-Energieversorgungsunternehmen durchsetzen und einen ökologischen Wandel bewirken kann. Das macht sie zu einem gesellschaftlichen Vorbild.“

Ursula Sladek bedankte sich herzlich für die ehrenvolle Auszeichnung, die aus ihrer Sicht nicht
nur ihrer Person, sondern vielen Menschen in ganz Deutschland gilt, die sich für eine Energiewende in Bürgerhand engagieren: „ Der Deutsche Umweltpreis ist natürlich eine richtig tolle Auszeichnung für mich und die EWS – aber auch für alle Atomkraftgegner und Energiewende-Engagierten. Er ist zugleich eine Aufforderung weiterzumachen und ein starkes Signal an die Politik. Ich hoffe, dass das dort auch so verstanden wird.” Von der Politik erwartet sich die Preisträgerin des Deutschen Umweltpreises im Wesentlichen drei Dinge: eine ehrliche und konsequente Umsetzung der Energiewende, die Abkehr von der einseitigen Unterstützung zentraler Konzernstrukturen und eine verlässliche Planungs- und Investitionssicherheit für eine zukunftsfähige Energiewirtschaft.

„Hauptziel unserer Arbeit bei den Elektrizitätswerken Schönau ist es”, so Ursula Sladek, „ einen
Umbau der Energiewirtschaft herbeizuführen: weg von zentralistischen Strukturen und hin zu
dezentralen Strukturen, denn die Energiewende setzt einen solchen Umbau voraus. In diesem
Sinne arbeiten die EWS in ganz Deutschland eng mit Genossenschaften, Kommunen und Bürgerinitiativen vor Ort zusammen: zum Beispiel in Berlin, Stuttgart, Titisee-Neustadt und vielen anderen Orten. Dieses Engagement wollen wir auch in Zukunft weiterführen und verstärken. Denn die Zukunft der Energie gehört in Bürgerhand.”

Die Geschichte der EWS beginnt 1986 mit dem GAU von Tschernobyl. Damals gründete sich
eine Bürgerinitiative, die Stromsparaktivitäten initiierte, Erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-
Kopplungsanlagen finanzierte. Als der Energieversorger vor Ort die Aktivitäten der Schönauer
Energie-Initiativen immer wieder behinderte, entstand die Idee, das eigene Stromnetz zu kaufen,
um die Idee einer ökologischen Energieversorgung selbst umsetzen zu können. Ursula
Sladek erinnert sich: „ Das war ein langer Kampf: Sieben Jahre, zwei Bürgerentscheide und
einen langen Gerichtsprozess mussten wir durchstehen – aber 1997 war es dann so weit: Das
Stromnetz war in Bürgerhand. Heute hat sich unser Netzgebiet vervielfacht, wir sind mit rund
140.000 Kunden einer der großen bundesweiten Ökostromanbieter, wir finanzieren natürlich
weiterhin Erneuerbare Energien mit Bürgern vor Ort und unterstützen lokale Netzkauf-Initiativen
in ganz Deutschland.”

Ursula Sladek und die EWS gratulieren ganz herzlich der zweiten Preisträgerin des Deutschen
Umweltpreises „Es ist mir eine wahre Freude und Ehre, gemeinsam mit der erfolgreichen Erfinderin, nimmermüden Vorkämpferin für öklogische Bauprodukte und engagierten Unternehmerin Carmen Hock-Heyl den diesjährigen Umweltpreis zu erhalten.”

Das Preisgeld von 500.000 EUR wird unter den beiden Preisträgerinnen geteilt. Ursula Sladek
will ihren Anteil im Wesentlichen für den Ausbau dezentraler genossenschaftlicher Strukturen
verwenden – damit Strom- und Gasnetze in Bürgerhand gelangen. „So kann das Geld”, meint
Ursula Sladek, „auch eine große gesellschaftspolitische Wirkung entfalten.”

Weitere Informationen zur EWS Schönau: www.ews-schoenau.de

     

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