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Voll neurotisch

| Lebenshilfe | 12. Mai 2017

Überall hört man immer wieder: „Du bist ja neurotisch!“ Das wird so daher gesagt, aber kaum jemand weiß, was das bedeutet. Der Mensch wird nicht neurotisch geboren, sondern natürlich, authentisch, im vollen Kontakt mit seinen Gefühlen und Befürfnissen. Jedoch werden wir in eine neurotische Menschheit hineingeboren, die es wirklich draufhat, die natürliche Unschuld eines Kindes zu zerstören. Die uns umgebende Gesellschaft treibt jeden früher oder später in die Neurose, einer tiefen Spaltung zwischen Fühlen und Denken.

Wenn ein Kind zur Welt kommt, ist es ein fühlendes Wesen: Es fühlt alles. Es kann überhaupt noch nicht denken. Und es hat Bedürfnisse, elementare Bedürfnisse, die es zu befriedigen gilt: das Bedürfnis nach Nahrung, nach Liebe, nach Wärme und Geborgenheit. In den seltensten Fällen darf das Kind so sein, wie es ist und wird so geliebt, wie es ist.

In den meisten Fällen wird es zurechtgebogen. Gefühle werden tabuisiert, Bedürfnisse unterdrückt: du darfst nicht traurig sein, wenn du traurig bist. Du darfst nicht ärgerlich sein, wenn du ärgerlich bist. Du bekommst Essen nach der Uhr, musst schlafen, wann die Eltern es wollen, darfst dich nicht dreckig machen, musst gehorchen, wirst geschlagen, darfst Dich nicht wehren usw. Alles, was Dir von der Erwachsenenwelt geschieht, musst Du gefühllos hinnehmen.

Wir lernen früh, dass wir für unsere Gefühle von den Eltern verurteilt oder sogar bestraft werden – vorzugsweise mit Liebesentzug. Und wir lernen früh, unsere Bedürfnisse zu ignorieren und uns den Bedürfnissen der Eltern anzupassen.

Wenn Du so bist, wie Du bist, nämlich ein fühlendes Wesen, das seine Bedürfnisse befriedigen will, wirst Du einfach nicht akzeptiert. Du musst Dich bestimmten Regeln gemäß benehmen, Erwartungen erfüllen, Leistungen erbringen. Dann wirst Du geliebt. Und bei diesem Dressurprozess geht zwangsläufig die Gefühlsnatur des Kindes und der Kontakt zu seinen Bedürfnissen verloren. Es entsteht ein unnatürliches, unwirkliches Wesen. Der Kopf hat die Oberhand gewonnen und die Gefühle verdrängt. Alles ist unter Kontrolle.

Du entwickelst eine Fassade, ein falsches Gesicht. Das ursprüngliche Gesicht ist verloren gegangen. Und aus dieser Verdrängung der natürlichen Gefühle und Bedürfnisse entsteht das neurotische Verhalten. Du weißt nicht mehr, was Du willst, Du weißt nicht, was Deine wirklichen, authentischen Bedürfnisse sind.

Und somit entwickelt der Mensch Ersatzbedürfnisse, z. B. nach Essen. Man stopft sich immer wieder voll, ohne je das Gefühl zu haben, satt zu sein. Das Bedürfnis will Liebe, es will kein Essen. Aber Essen und Liebe sind tief miteinander verknüpft. Wenn also das Bedürfnis nach Liebe nicht befriedigt wird, entsteht ein unechtes Bedürfnis nach Essen. Da das Bedürfnis nicht echt ist, kann es niemals erfüllt werden. Wie die Rolling Stones schon sagen: „I can’t get no satisfaction.“ Wir bleiben hohl und rennen lauter unechten Bedürfnissen hinterher.

Das unerfüllte Bedürfnis, geliebt und anerkannt zu werden, dreht sich dann z. B. in das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Auch Körpersymptome, so genannte Krankheiten, sind neurotisch. Denn da der Neurotiker seine Gefühle nicht fühlt, hat er seine Aufmerksamkeit voll und ganz auf seinen Körper verlagert und entwickelt fleißig Symptome. Und da bedient ihn die Gesellschaft mit immer neuen Medikamenten, um die Symptome zu unterdrücken, aber nicht die zugrunde liegenden emotionalen Wunden und den verloren gegangen Kontakt zu den Bedürfnissen zu heilen.

Heilung liegt also darin, wieder in Kontakt mit Deinen Gefühlen und Bedürfnissen zu gelangen. Das ist der Dreh- und Angelpunkt all unserer Seminare. Vor allem das Projekt „Vergangenheit aufräumen“ ist dazu angetan, die verdrängten Gefühle wieder zu fühlen und durch das Klopfen aufzulösen. Der Gewinn? Ein wachsender Zustand von innerem Frieden, von Ruhe und Gelassenheit.

Unsere Kolumnisten Regina und Rainer Franke sind die Entwickler der MET-Klopftherapie. Sie haben gemeinsam sieben Bücher, vor allem für den Laien, geschrieben. Das 7. Buch „MET-Klopftherapie in der Praxis“ richtet sich vornehmlich an Therapeuten. Rainer Franke konnte in vielen Fernsehsendungen die Wirksamkeit dieser Methode demonstrieren. Gemeinsam haben sie in hunderten von MET-Seminaren ihre Methode an über 14.000 Menschen weitergegeben.

    

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