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Von der vermeintlichen Alkoholsucht zurück zum normalen Trinkverhalten

| Lebenshilfe | 19. Januar 2017

Was steckt dahinter?
Verblüffende Fälle aus der Praxis von Coach Andreas Winter

„Meine These über den Alkohol erscheint vielen Menschen sehr provokant, doch meine Erfahrungen im Umgang mit Klienten, die zuvor glaubten, alkoholkrank zu sein, geben mir Recht. Alkohol erzeugt weder eine Sucht, noch ist Alkoholismus eine Krankheit.

Ausführlicher gehe ich darauf in verschiedenen meiner Bücher ein, doch schon die Geschichte meines Klienten Bruno zeigt beispielhaft, dass es auch hier darauf ankommt, die Hintergründe zu betrachten.

Ganz schleichend hatte es bei ihm begonnen. Ohne Vater aufgewachsen und ohne Schulabschluss hatte er sich zum Verkaufsleiter seiner Firma hochgearbeitet. Ausgleich für seinen stressigen Alltag fand er in gemütlichen Restaurantbesuchen mit seiner Frau, bei denen immer auch der Alkohol dazugehörte.

Nach etwa zwei Jahren in der Abteilung war Bruno kurz vor dem Burn-out. Immer öfter war er gereizt, Kopfschmerzen machten ihn schwindelig, und chronische Rückenschmerzen bereiteten ihm Sorgen. Keine großen Gedanken machte er sich hingegen wegen der Flasche Whisky, die seit Weihnachten in seiner Schublade lag – ein Kunde hatte sie ihm in Anerkennung für die gute Geschäftsbeziehung geschenkt – auch nicht, als ihm auffiel, dass er bereits morgens ein Glas davon trank.

Bruno machte sich erst Sorgen, als er sich eine zweite, dritte und vierte Flasche besorgte und diese in immer kürzeren Abständen leerte. Der Schnaps war für Bruno eine Möglichkeit geworden, mit dem ungeheuren beruflichen Druck fertig zu werden. Abends trank er dann, um seinen Feierabend zu begießen und um durchschlafen zu können, wie er sagte.

Niemand in der Firma merkte, dass Bruno Alkoholiker war, bis er eines Tages seinen Führerschein verlor. Nun kam der Zusammenbruch. Die Ehefrau, der Chef und die Kollegen fielen aus allen Wolken. Job, Ehe und Selbstwertgefühl waren nur noch ein Trümmerhaufen. Bruno versprach Besserung und ging zum Arzt.

Etwa ein Jahr nach dem ersten Entzug begann die Pechspirale von Neuem: Überarbeitung, Alkohol, Zusammenbruch. Er vereinbarte einen Coachingtermin bei mir in der Praxis.

Stück für Stück erarbeiteten wir uns die Geschichte seiner Kindheit. Nach dem Tod des Vaters war er früh zum Familienoberhaupt aufgestiegen, völlig überfordert, von der ebenfalls überforderten Mutter verprügelt und immer mit dem Gefühl, dem allen nicht gewachsen zu sein. Am Ende lösten wir seine ungelösten Konflikte mit einem Rollenspiel: er selbst sollte sich in seine Mutter hineinversetzen und um Verzeihung bitten. Seit Bruno meine Praxis an diesem Tag verließ, kann er mit Alkohol umgehen wie jeder andere auch.“

Aktueller Buchtipp dazu: Andreas Winter: Der Psychocoach 5: Der Geist aus der Flasche: Alkohol – Genuss statt Muss! Mit Starthilfe-CD, Mankau Verlag.

Diplompädagoge und Institutsleiter Andreas Winter hat in den letzten Jahren eine sehr individuelle und effektive Coaching-Methode entwickelt. Innerhalb kürzester Zeit entdeckt er im Rahmen seiner Analyse längst verschüttete Ursachen für Störungen, Ängste oder wieder kehrende psychische Probleme in der Gegenwart. Weil diese Patientengeschichten auch zum Nachdenken über das eigene Leben anregen, wollen wir sie hier regelmäßig veröffentlichen. (Die Namen und Daten der Betroffenen haben wir verändert.)

Andreas Winter Coaching
Bahnhofsplatz  2 
58644 Iserlohn
Telefon: +49 (0) 2371 9233520

    

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