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Wie die Prägung durch den Vater einen Mann an der eigenen Karriere hinderte

| Lebenshilfe | 25. August 2017

Was steckt dahinter?
Verblüffende Fälle aus der Praxis von Coach Andreas Winter

Mehr Durchsetzungskraft und Selbstbewusstsein hatte sich der Versicherungskaufmann Thorsten S., damals 35 Jahre alt, von meinem Coaching erhofft. Doch bei unserer Sitzung stellte sich dann heraus, dass ein grundsätzliches Problem ihn bisher daran gehindert hatte, Karriere zu machen.

Er klagte, dass er eine Chance nach der anderen verpasste und Kollegen längst an ihm vorbeigezogen waren. Als ich ihm die üblichen Fragen zu seiner Biografie stellte, kam heraus, dass Thorsten seinen Vater immer bewundert und zugleich gefürchtet hatte. Dieser hatte sich mit nur geringer Schulbildung als Bergmann durch harte Arbeit auf einer Zeche emporgearbeitet und es schließlich zu einem für die damalige Zeit recht hohen Gehalt von monatlich über 3.000 DM gebracht. Auf diese Summe war er offenbar ganz besonders stolz, so dass der Sohn diese Gehaltshöhe als Kind ständig als ‚magische Grenze‘ suggeriert bekommen hatte.

Problematisch war nur, dass der Vater hart körperlich arbeitete und Kopfarbeit stets herabwürdigte. Thorsten war aber von seiner Persönlichkeit her eher ein ‚Denker‘ und so arbeitete er lieber am Schreibtisch als mit Muskelkraft. Das brachte den feinfühligen jungen Mann nicht nur um die Anerkennung seines Vaters, sondern er zog sich sogar dessen Verachtung zu. Daraufhin war Thorsten so bitterlich enttäuscht, dass er den Kontakt zum Vater abbrach.

In einer etwa einstündigen Sitzung, in der ich die bildhafte Erlebnisfähigkeit meines Kunden einmal nutzte – und nicht so sehr die Rationalisierungsfähigkeit, den Verstand – brachte ich Thorsten dazu, sich in die Biografie seines Vaters hineinzuspüren. Nach nur wenigen Minuten war Thorsten klar, dass sein Vater sich selbst nie zugetraut hatte, kraft seines Intellektes erfolgreich zu sein. Harte Muskelarbeit war sein Erfolgsrezept.

Seinen eigenen Sohn empfand der Vater als Bedrohung seines Selbstwertes, sodass er fortan dessen gesamte intellektuelle Bemühungen aus reinem Selbstschutz diskreditierte. Mit Demütigungen verankerte der Vater beim Sohn unbewusst und sicher auch versehentlich, dass dieser, falls er die „magische Verdienstgrenze“ ohne Schweiß und Knochenarbeit überschritt, vom Vater endgültig geächtet würde.

Als sich Thorsten dieses Umstands gewahr wurde, empfand er zunächst eine unbändige Wut, die aber irgendwann dem tiefen Verständnis wich, dass der Vater es eigentlich gut gemeint hatte und dem Sohn lediglich sein eigenes Erfolgkonzept hatte übertragen wollen. Nun hatte sich der Knoten bei Thorsten gelöst. Noch im selben Jahr durchbrach er mit einem monatlichen Nettoverdienst von über 2.500 Euro die einstige geistige Verdienstschallmauer.

Aktueller Buchtipp dazu: Andreas Winter: Der Psychocoach 7: Zielen – loslassen – erreichen!: Wie Sie Ihr Gehirn auf Erfolg einstellen Mit Starthilfe-CD, Mankau Verlag.

    

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