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Astrologie einfach erklärt: Die Geschichte der Astrologie

| Astrologie | 17. Mai 2018

Vor Tausenden von Jahren beobachteten die Menschen die, teilweise noch in Höhlen lebten, das Wetter, den Sturm, den Regen und die Gezeiten und viele andere Ereignisse wie Mond- oder Sonnenfinsternisse. Auch konnte man damals gut den Himmel am Horizont beobachten, (heute ist das wegen der Luftverschmutzung unmöglich) Schlaue Leute haben dann Zusammenhänge zwischen diesen Ereignissen und dem Stand der Planeten festgestellt. Vor nicht all zu langer Zeit wurde eine Knochenplatte, in die Kerben geritzt wurden, gefunden. Das Alter liegt bei ca. 32.000 Jahren und wie sich nach wissenschaftlichen Untersuchungen herausstellte, sind darauf Mondphasen dargestellt.

2620 v.u.Z. gab es erste Aufzeichnungen der sumerischen Astrologie: „Astrallehren der Sumerer“ (Tierkreis, grobe Deutungen der nahen Planeten bis Jupiter). Erstaunlich dabei ist: Erst 2600 v.u.Z. (!) gab es erste Aufzeichnungen eines geordneten 6-er und 12-er Zahlensystems und erste Kalendereinteilungen!

650 v.u.Z. König Assurbanipal ließ die „Assyrischen Wissenschaften“ in einer Tontafel-Bibliothek dokumentieren und in Ninive ablegen. 66 dieser Tontafeln behandeln die Wissenschaft der Tierkreiszeichen / Planeten und astrologische Erkenntnisse.

600 v.u.Z. entstand durch genauere Berechnungen und Gestirnsstandvorhersagen die erste astronomische Wissenschaft, die von den „Chaldäern“ in Babylon zur Blüte geführt wurde. Der chaldäische (babylonische) Kalender hatte 354 Tage und 12 Monate á 29 oder 30 Tage.

300 v.u.Z. Die babylonische Astrologie kommt nach Griechenland und wird dort vor allem von Pythagoras mit der „Lehre von den vier Ur-Elementen“ verbunden.

260 v.u.Z. Aristarch von Samos wagte es als erster, die Erde aus ihrer geozentrisch angenommenen Mittelpunktstellung zu stoßen und sie unter all die anderen Planeten zu setzen, die um die Sonne kreisen.

Man schenkte ihm jedoch kein Gehör. Der Grieche gab als erster einen ungefähren Abstand der Sonne an: 10 Millionen Kilometer. Zwingend ergab sich daraus, dass die Sonne sehr viel größer als die Erde sein musste, würde sie doch bei geringerem Umfang viel kleiner am Himmel zu sehen sein. Doch das noch immer vorherrschende geozentrische Weltbild (die Erde als Mittelpunkt des Universums), verhinderte weitere Untersuchungen und Schlüsse.

200 v.u.Z übernehmen auch die Ägypter die babylonische Astrologie. In Griechenland entwickelte sich nach Plato, Pythagoras und Aristoteles die ,,Hellenistische Astrologie“. Aus dem ,,stoischen Weltbild“ entnehmen die damaligen Wissenschaftler die zwangsläufige Vorhersehbarkeit von allem Zukünftigen.

25 v.u.Z definierte der Ägypter Hipparch die „Präzession des Erdachswinkels“. Etwas, was die „Chaldäer“ allerdings bereits rund 600 Jahre vorher zumindest als Vorgang erkannt hatten. Damals stimmten Tierkreis und Sternbilder noch überein.

Durch die geneigte Erdachse verschiebt sich jedoch die relative Stellung des Tierkreises zum Firmament (Sternbilder sind ja Fixsterne) in 26.000 Jahre durch den ganzen Tierkreis. D.h. etwa alle 2.160 Jahre wandern die Tierkreiszeichen um 30° rückwärts. Deshalb sprechen wir jetzt auch (nach dem Durchgang durch die Fische) vom Übergang ins „Wassermannzeitalter“, was allerdings letztlich, je nach Berechnungsgrundlage, tatsächlich erst in ca. 100-500 Jahren geschehen wird.

Die im Jahre 7 stattgefundene Saturn/Jupiter Konjunktion verstärkte den Glauben an den Messias und wird als regionaler Hinweis auf Palästina (,,Stern von Bethlehem“?) verstanden. Tatsächlich legt auch heute die moderne Wissenschaft das wahrscheinliche Christi-Geburtsjahr auf das Jahr „07“!

35 Der römische Imperator Caligula beruft sich mit seiner Schreckensherrschaft auf astrologische Deutungen.

178 Wissenschaftliche Begründungen der Astrologie durch Ptolemäus (noch geozentrisch).
Im 13. Jahrhundert verbreitet sich die Astrologie über Arabien in Europa.

1453 breitet sich die Astrologie mit dem beginnenden Humanismus weiter aus.

1514 Kopernikus begründet durch seine astronomischen Forschungen das „heliozentrische Weltbild“ und bereitet damit erst den Weg zur Trennung von Astrologie und Astronomie.

1537 Paracelsus schreibt die „Große Astronomie“ (…rein astrologisch!)

1555 Nostradamus veröffentlicht seine astrologischen Prophezeiungen und sagt das endgültige Ende der katholischen Kirche voraus. Im Jahr 1557 wird sein Sohn hingerichtet, der nachweislich einen vorhergesagten Stadtbrand selbst gelegt hatte.

1574 Tycho Brahe (Lehrer von Joh. Kepler) ermittelte zwar genauere Planetenbahnen um die Sonne, „sah“ diese jedoch um die Erde kreisen! Er verwarf damit Kopernikus Heliozentrik, und die geozentrische Weltbetrachtung wurde kurzzeitig wieder gültig.

1601 Johannes Kepler wird kaiserlicher Astrologe, und sein Freund Galileo bejubelte im selben Jahr seine Entdeckung der Fallgesetze (die er erst 1609 nach abschließenden Forschungen formulierte).

1630 Der französische Astrologe Jean-Babtiste Morin de Villefranche wurde Professor für Mathematik und Astrologie (und schrieb 1661 die „Astrologia Gallica“)

1634 entsteht ein astrologisch ermittelter „ewiger Hauskalender“.

1656 Huygens entdeckt die Saturnringe.

1657 Didacus Placidus de Titis wird Professor für Mathematik in Mailand und entfernt sich (als erster Wissenschaftler) entschieden vom „Fatalismus“ in der Astrologie. Er reformierte die Kosmogramm-Einteilung der Tierkreiszeichen, Häuser, zodiakalen Würden und Aspekt stellen als „physisch reale Fakten, analog derer alles Werden und Vergehen auf Erden zu beobachten sei!“ Er hob geometrische Konstruktionen auf und gab ihnen die proportionale Form.

Er nannte sie „Physiomathematica“ und widerlegte damit Campanus und Regiomontanus, deren statische Häusereinteilung bis dahin Gültigkeit hatte. Weil er so aber auch das dogmatisch-scholastische Weltbild der Kirche in Frage stellte, wurden seine Lehren kurzerhand als „frevelhaft“ verboten und galten unter aufgeklärten Denkern lange als – vor dem Zugriff klerikaler Obrigkeit beschützte – Geheimwissenschaft Eingeweihter.

1690 Der Astronom John Flamsteed glaubt einen Fixstern entdeckt zu haben, den jedoch 1948 unabhängig von einander die Astronomen Le Verier und Adams als „Neptun“ erkannten

1697 Die Astrologie wird als Universitäts-Lehrfach abgeschafft.

1701 astrologische Wettervorhersage

1746 In intellektuellen Kreisen wird Astrologie immer mehr verpönt und als Aberglaube abgetan.

1781 Der englische Astronom Wilhelm Herrschel (deutschstämmig) entdeckt mit seinem 16-cm-Spiegelteleskop den Planeten „Uranus“
Um 1800 kommt das Haussystem des Placidus allgemein in Mode und gilt von da an als Standard.

1846 berechnete/entdeckte der junge Astronom John Adams Unregelmäßigkeiten in der Umlaufbahn von Uranus und vermutet deshalb Gravitationsstörungen durch einen weiteren, unentdeckten Planeten. Er fand unter den arrivierten Astronomen zuerst jedoch kein Gehör für seine Berechnungen, die jenen unbekannten Planeten sogar ziemlich genau platzierten.

So genau, dass der deutsche Astronom, Johann Galle, nur ein Grad entfernt am 23.9.1846 tatsächlich „Neptun“ entdeckte! Seine Berechnungen ließen jedoch immer noch geringe Ungenauigkeiten zu, für die man lange Zeit keine Erklärungen fand. Um die Jahrhundertwende verdichtete sich der Verdacht, dass noch ein weiterer unentdeckter (sehr kleiner!) Planet die Ursache dafür sei.

1925 Die „Hamburger Astrologenschule“ will alles, aber auch wirklich alles, aus einer rechenscheibenähnlichen Tabulatur ablesen und prognostizieren können.

Im März 1930 entdeckte schließlich der amerik. Astronom Olyde Tombaugh den Planeten „Pluto“ auf bereits vorhandenen Fotoaufnahmen des Observatoriums in Flagstaff / Arizona.

30-er Jahre Der Berliner esoterische Astrologe Johannes Vehlow überarbeitete und revolutionierte/vereinfachte bisherige Planetenstandsberechnungen, fand neue astrologische Gleichungen und entwickelte ein ,neues’ Häusersystem in Anlehnung an die äqualen Systeme aus der Zeit vor Placidus.

In den späten 30er Jahren untersuchte der Astrologe Glahn Horoskope nach rhythmischen Auslösungen der Planeten. Er arbeitete dabei mit verschiedenen Rhythmen, wie etwa mit 5, 6, 7, 8.33 oder 10 Jahren pro Haus. Dabei wird die Stellung eines Planeten im Haus umgerechnet von Winkelgrad in Zeit; das ist die Auslösezeit eines Ereignisses.

1950 Der Mathematiker, Philosoph und Astrologe, Dr. Walther Koch, stritt in seinem Werk „Aspekte nach Kepler“ vehement gegen den Fatalismus einer schicksalsprägenden Astrologie und vertrat den liberaleren Gedanken, dass sich „…aufgezeigte Themen im Horoskop auf vielen verschiedenen Manifestationsebenen“ zeigen könnten; er vertrat die „Prämisse des freien Willens“.

1952-56 Der Astrologe Wolfgang Döbereiner entwickelte aus der Methode von Glahn die „Münchner Rhythmenlehre“. Die Basis bildet das Radix-Horoskop mit den zwölf Placidus-Häusern und den Planeten; ihm werden die ersten sieben Lebensjahre zugeordnet. Die zweiten sieben Lebensjahre spiegelt das erste Solar wieder et cetera.
Wegen des siebener Rhythmus heißen diese Horoskope auch Septare. Jedes Haus im Septar, egal wie groß es ist, umfasst einen Zeitraum von sieben Monaten.

1959 veröffentlichte Koch in „Horoskop und Himmelshäuser“, ein neues Haussystem, das „System des Geburtsortes“. Anstatt wie bisher Häuserspitzen und Direktionsfaktoren auf die Polhöhe des Geburtsortes auszurichten, legte er die Placidus-Häuser für 46°-56° Breite an und kam so zu „seinem“ neuen Haussystem.

1977 Entdeckung des Planetoiden „Chiron“

Am 4. Juni 2002 wurde der Asteroid „Quaoar“ als äußerster Himmelskörper des Sonnensystems entdeckt.

23. März 2004: Entdeckung des Planetoiden „Sedna“, immerhin dreimal so weit von der Sonne entfernt wie Pluto.

Quellen: „Star Observer“, „Der große Kulturfahrplan“ (Stein), Wilhelm Knappich – „Geschichte der Astrologie“

Bis zum nächsten Monat wünsche ich Ihnen, dass Ihnen die Sterne gewogen sein mögen.
Jürgen Georg Krause

Unser Kolumnist Jürgen Krause ist Vater, Großvater, Gärtner, Heiler und Astrologe. Seit Beginn des astrologischen Jahres am 21. März 2018 schreibt er in der neuen Reihe: Astrologie einfach erklärt.
Hier können Sie mit ihm in Kontakt treten: Juergengeorgkrause@web.de

   

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