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Halloween versus Samhain

| Anders Leben | 22. Oktober 2018

Langsam werden die Tage merklich kürzer. Wenn Sonnenschein die Wälder vergoldet und einen strahlend blauen Himmel zaubert, weiß ich, dass ich diese Tage nutzen muss, um bunte Blätter und glänzende Kastanien zu sammeln, um den Wildgänsen hinterher zu schauen und die letzten Sonnenflecke aufzusuchen. Schnell ziehen die Nebel herauf und die Tage werden trüb und regnerisch. Dann zieht es mich nicht mehr nach draußen.

In dieser Zeit wende ich meine Aufmerksamkeit den Ahnen zu. Ich beginne damit, meinen Ahnen-Altar zu reinigen und neu zu gestalten. Es muss Platz geschaffen werden für die Pflanzen, die den Sommer auf der Terrasse verbracht haben. Alles soll im ‘Wintergarten’ harmonisch zusammen wirken. Das Umräumen und Neuordnen im Außen bringt innere Prozesse in Bewegung und mir wird dabei meistens klar, welches Thema zu Samhain, dem uralten Fest für die Ahnen, für mich ansteht.

Traditionell feiert man Samhain, auch Halloween genannt, am 31. Oktober. Das Fest kennzeichnete bei unseren Altvorderen das Ende des Jahres, das Ende des Wachstumszyklus. An diesem Tag gedachte man in Dankbarkeit der Ahnen, die den Weg bereitet und das Erbe hinterlassen haben. Besondere Speisen wurden zubereitet und man stellte Gedecke mit Kuchen und Met vor die Haustür oder an den Ahnenplatz.

In dieser Nacht sind die Schleier zwischen den Welten dünn und die unsichtbare Welt reicht in die Welt der Lebenden hinein. Liebevolles Zwiegespräch mit den geliebten Verstorbenen ist wohltuend und heilsam für die Seele, denn die innige Verbindung mit den Ahnen stärkt unsere Wurzeln.

Schade, dass diese alte Tradition von dem amerikanisierten ‚Halloween‘ verdrängt und überlagert wird. Diese Form des alten Festes kommt ursprünglich aus Irland und gelangt über Amerika seit einigen Jahren auch zu uns. Horror und Grusel beherrscht diese Version. Hier liegt der Fokus auf den ruhelosen Geistern, den ‚Untoten‘, die keinen Frieden gefunden haben und die Lebenden heimsuchen. Deshalb verkleideten sich die Menschen in dieser Nacht zum Schutz, damit die ‚Geister‘ sie nicht als Lebende erkennen. Leider gerät dabei die alte Bedeutung dieses Tages als Ehrentag für die Ahnen in Vergessenheit.

Unsere Kolumnistin Karina Brenk-Ramirez war viele Jahre lernend in der Welt unterwegs, unter anderem in England und Westafrika. Von 1986 bis 2004 führte sie den spirituellen Buchladen namens AVALON in Kassel. Jetzt lebt sie als Therapeutin in Kassel und gibt ihre Erfahrung in Seminaren, Jahresgruppen und Workshops weiter und zelebriert die Rituale der Erde.

Hier gibt es weitere Informationen über sie: www.avalon-seminare.de

   

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