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Sex ohne Stress

| Lebenshilfe | 4. April 2012

Die DVD „Slow Sex“ von Diana Richardson ermutigt zur Entschleunigung und Entspannung im Bett.

Sex ist zum Leistungssport geworden und soll all unsere Wunschträume erfüllen, während unsere sexuelle Realität meist weit davon entfernt ist.

Wir haben die Autorin Diana Richardson interviewt.

tip-Magazin: Was war Ihre Intention sich so intensiv mit dem Thema Liebe und Sexualität auseinander zu setzen?

Diana: Als ich angefangen habe, hatte ich keine grossen Absichten oder Erwartungen. Es gab einfach nur den Wunsch die Art, wie ich Liebe mache, zu verändern. Ich war einfach neugierig auf Sex und was da noch für andere Ebenen gab – das ist alles. Ich hätte nie gedacht, dass das Thema Sex und Liebe sich zum Zentrum meines Lebens entwickelt – beruflich und persönlich. Alles hat sich organisch entwickelt und ich empfinde das als ein grosses Geschenk – sicherlich ist das etwas, was ich nie hätte planen oder beabsichtigen können.

tip-Magazin: Wie sind Sie zu/auf diese „neue“ Art des Liebens gekommen?

Diana: Angefangen meine Sexualität zu verändern habe ich, als ich Anfang dreißig war und in Indien lebte. Ganz praktisch habe ich Informationen die ich vom indischen Philosophen und Mystiker Osho über Tantra gelesen und gehört habe in das Liebemachen mit hineingebracht. Eine andere Informationsquelle war außerdem Barry Long, ein australischer Spiritueller Lehrer. Seine Einsichten zum Thema „Liebe machen“ („Making Love the Divine Way“) habe ich mir zu der Zeit dann als Kassettenaufnahme sehr oft angehört. Das habe ich einige Jahre so fortgesetzt: Forschen und entdecken. Nach und nach hat sich ein tiefes Verständnis für die ganzen Zusammenhänge dieses anderen sexuellen Austausches entwickelt. Ich fühlte mich sofort nachdem ich damit begonnen hatte als ganze Person so verändert! Das Gefühl von Integration, Wohlbefinden und Entspannung war immens – das hat mich natürlich angespornt. Ich fühlte mich inspiriert und beschwingt.

tip-Magazin: Wie ist die Resonanz der Männer bei ihrem ersten Besuch einer Ihrer Paarseminare?

Diana: Es ist oft so, das ein Mann an einem Seminar teilnimmt, weil seine Frau das gerne möchte. Für manche Männer ist das völlig in Ordnung, andere sind dann eher etwas „widerwillig“… Und ganz oft erzählen sie uns davon, dass sie auf der Fahrt zum Seminar glatt am liebsten wieder umgekehrt wären! Es dauert dann aber nie wirklich lange, bis der Mann dann mehr als glücklich ist, doch da zu sein! Viel Liebemachen, den Körper bewusst zu bewegen, leckeres Essen, viel Zeit und Raum als Paar zusammen zu haben, um auf sexuelle Erkundungsreise zu gehen – das ist doch was, oder? Einige Paare fangen oft nach monate- oder jahrelanger Pause wieder an überhaupt miteinander auf sexuelle Weise intim zu sein. Das Seminar hilft, die Unterschiede zwischen dem weiblichen und männlichen Körper zu verstehen, erläutert wie die Körper energetisch zusammenpassen und dann am besten zusammenfinden. Nach ein paar Tagen ist es unübersehbar, was es für eine Veränderung bei den Paaren gibt – das ist immer wieder wunderbar zu erleben! Jeder sieht einfach viel glücklicher, entspannter, lebendiger aus. Ein regelrechtes Leuchten erstrahlt auf den Gesichtern – und so wie sie aussehen, fühlen sich die Paare auch! Sehr oft ist es dann wiederum der Mann, der seiner Frau dann sagt: “Mensch, lass uns doch das Seminar nächstes Jahr wieder besuchen!

tip-Magazin: Haben die männlichen Teilnehmer große Hemmungen / Schwierigkeiten sich fallen zu lassen oder offen über ihre Sexualität zu reden?

Diana: Ich denke, dass es für Frauen wie für Männer gleichermaßen sensibel ist. Meistens ist man schüchtern oder findet es eher schwierig für sich, offen über Sexualität zu sprechen. Es kann heikel sein, sich seiner sexuellen Schwierigkeiten, Unsicherheiten, dem Leistungsdruck oder seiner Zweifel bewusst zu werden – in der Regel fühlt sich jeder allein mit seinen sexuellen Problemen.
Innerhalb der Gruppe wird dann ein neues Bild von Sexualität vorgestellt und da wird es ganz schnell klar, dass wir auf sexueller Ebene im Grunde alle gleich sind. Das entspannt die Teilnehmer ungemein. Die Männer, Frauen und Paare haben alle dieselben Themen und Anliegen im Gepäck, jeder denkt eigentlich, dass er allein steht mit seinen Problemen und dass es einzig und allein an ihm liegt, dass in der Sexualität nicht mehr alles so rund läuft und keine wirkliche Erfüllung da ist. In diesem Sinne ist es dann ganz einfach, offen und direkt zu sein – alle schlagen sich haargenau mit denselben Dingen herum. Gerade Männer sind dann sehr daran interessiert, ihre Erfahrungen und Einsichten mitzuteilen. Zum Beispiel, was es für eine Erleichterung ist, den Druck und den Stress aus dem Sex zu nehmen: alles richtig machen zu müssen, die Erektion aufrecht zu erhalten, die Frau zu befriedigen, nicht zu früh zu ejakulieren und so weiter.
Einfach nur zu „Sein“ im Sex ist eine komplett neue Erfahrung und wird als eine Art „nach Hause kommen“ beschrieben. Für uns ist es sehr interessant jetzt schon lange zu beobachten, dass, wenn ein Paar sich aus welchen Gründen auch immer getrennt hat, es der Mann ist, der wieder mit einer neuen Partnerin an unserem Seminar teilnimmt. Für mich heißt das, dass wenn der Mann ersteinmal einen Geschmack von der empfänglichen Qualität einer Frau bekommen hat und spürt wie seine Kraft sich in ihr bewegen kann, dann wünscht er sich diese Erfahrung natürlich wieder!

tip-Magazin: Denken Sie darüber nach eventuell auch reine Männer-Seminare anzubieten?

Diana: Nein, im Moment nicht! Mein Verständnis und auch das meines Partners Michael ist, dass der Mann am besten über die Frau lernt. Und das durch das ganz praktische Liebemachen innerhalb des Paares! Unserer Ansicht nach kann keine noch so große und gute Männergruppe die wirklich lebensverändernde Erfahrung ersetzen, die man macht, wenn man Sex ohne Stress und Leistungsdruck erlebt. Von einer Frau wirklich empfangen zu werden und einfach bewusst und präsent in ihr zu SEIN. Das berührt einen Mann auf ganz tiefer Ebene, er kann seine wahre männliche Qualität spüren.

tip-Magazin: Gibt es Paare, wo Ihr Ansatz keinen Sinn macht / nicht helfen kann?

Diana: Eigentlich kann jeder auf allen möglichen Ebenen von unserem Ansatz profitieren.
Der Grund hierfür ist, dass wir unseren Fokus auf den Einzelnen legen, nicht auf das Paar. Das Retreat ist wie eine Schule des Lebens, eine Schule in der es darum geht, (wieder) Mensch zu SEIN. Was wir unterrichten könnte und sollte eigentlich in unseren Schulen gelehrt werden. Es ist einfach unglaublich hilfreich und unterstützend für unser Leben und unsere Lebensqualität zu lernen, wie wir uns in unseren Körpern verankern und präsent sein können, wie wir Sex in einer entspannten, und einfühlsamen Weise angehen können. Das Paar an sich steht an zweiter Stelle, weil es eigentlich darum geht das sich zwei individuelle, eigenständige Persönlichkeiten begegnen. Wenn sich ein Paar aus welchen Gründen auch immer einmal trennen sollte, wird der Einzelne das was er gelernt und erfahren hat, in sich weitertragen und in neue Situationen mit hineinbringen. Natürlich kann es sein, dass ein Paar eine lange negative Geschichte miteinander teilt – ein Streit zuviel und es kann schwer sein, mit dem vielen Unglück aus der Vergangenheit einen bewussten Umgang zu finden. Schafft es ein Paar aber, eine Qualität von Bewusstsein, Reife und ein neues Verständnis von Sexualität in der Beziehung zu etablieren, können sich viele ihrer Probleme lösen.

tip-Magazin: Wie relevant ist die Frage der Treue als Basis der Art des Liebens, auf welcher Ihre Praxis beruht? Ist Treue eine notwendige Basis?

Diana: Wenn du die Art wie du Liebe machst veränderst, ist es hilfreich, das für ein paar Jahre mit demselben Partner zu tun. Auf diese Weise könnt ihr wirklich miteinander und von einander lernen. Nach viel viel praktischer Erfahrung wird es dann nach und nach zu deiner Natur und das nimmst du natürlich in dein weiteres Leben und in jede andere Situation mit hinein. Interessant ist es zu bemerken: wenn du deine Art der Sexualität veränderst, werden sich deine ganzen Ansichten über Sex ändern und das hat eine (sich) verbindende Qualität und unterstützt Treue auf ganz natürliche Weise.

tip-Magazin: Sind Erfahrungen im Meditationsbereich notwendig um „Slow Sex“ ausüben zu können?

Diana: Nein!

tip-Magazin: Was war Ihr schönstes Feedback, welches Sie je von einem Ihrer Paare bekommen haben?

Diana: Also das ist wirklich schwer zu sagen. Ich unterrichte nun schon mehr als zwanzig Jahre und habe hunderte positive Emails, Briefe und Anrufe bekommen, die mir
das Feedback gegeben haben, was für eine lebensbereichernde und -verändernde Erfahrung das Retreat war – jedes einzelne Feedback ist für mich sehr sehr berührend.
Am Ende jeder Gruppe ist es für mich immer fast wie ein Wunder und auch eine Ehre zu erleben, welch einen kraftvollen Effekt es hat, Paare einzuladen, etwas mehr Bewusstheit in den Sex zu bringen und zu sehen wie einfach daraus Liebe entsteht. Liebe und Glück liegt viel mehr in unseren eigenen Händen, als wir annehmen.

tip-Magazin: Glauben Sie, dass Ihre DVD eine Paartherapie ersetzen kann?

Diana:  Jeder hat seinen eigene individuelle Geschichte in der Sexualität und in Beziehungen. Dazu kommt, dass viele Menschen auf dem emotionalen Gebiet Probleme haben, z.B. ungelöste, unterdrückte Themen aus der Kindheit – also kann Paartherapie und Therapie an sich natürlich sinnvoll sein. Ich persönlich bin der Meinung, dass viele Probleme auf der persönlichen, sexuellen und beziehungsrelevanten Ebene sich lösen können einfach nur durch einen neuen, anderen Ansatz im Sex.

Weitere Informationen: www.slowsex-derfilm.de

Das Gewinnspiel ist beendet.

Wir gratulieren den glücklichen Gewinnern:
Christiane Müller, Jesus Lopez, Frank Hammermüller.

   

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