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Sommer in Orange

| Filme | 14. August 2011

Sommer 1980 in Berlin. Amrita (Petra Schmidt-Schaller) lebt mit ihren Kindern, der 12-jährigen Lili (Amber Bongard) und dem 9-jährigen Fabian (Béla Baumann) in einer Kreuzberger Sannyasin-Kommune. Die Bewohner tragen alle Orange, eine Mala-Kette und wechseln ihre Partner in regelmäßigen Abständen untereinander. Das Zeit- alter der freien Liebe. Eine ganz und gar treue, spiritu- elle Beziehung führen alle mit Bhagwan, ihrem Guru in Indien. Als Siddharta (Georg Friedrich), Amritas aktu- eller Freund, einen Bauernhof in Bayern erbt, beschließt die Kommune kurzerhand, aufs Land zu ziehen und im „Huberhof“ ein „Therapiezentrum“ aufzubauen.

Die Erleuchtung kommt nach Talbichl. Bei ihrer Ankunft kann die WG gar nicht glauben, wie schön das neue Zuhause ist. Während die Erwachsenen damit beschäftigt sind, im Einklang mit der Natur, das Haus herzurichten, knüpfen Lili und Fabian erste Kontakte mit den Dorfbe- wohnern. Auf der Suche nach „normalen“ Lebensmitteln landen sie in der Metzgerei, wo sie das Wienerl-Angebot als Vegetarier natürlich ablehnen. In der Schule wird Lili, in ihrem seltsamen Aufzug, naserümpfend von ihren Mitschülern ignoriert. Mit so was wie „Vater Unser“ oder Hausaufgaben kann sie schon gar nichts anfangen. Die Regeln, die in Talbichl, laut der Lehrerin, herrschen, sind für Lili aus dem Mittelalter, da passt sie sich doch nicht an, und sowieso weiß sie selbst am besten, was sie machen will und was nicht: Ihren Platz im Leben bestimmt ganz alleine sie!

Amrita und die anderen WG-Mitglieder merken von diesen Problemen nichts. Sie fühlen sich ganz zu Hause, endlich „angekommen“, züchten Kombucha-Pilze und gehen ausgiebig ihrer Dynamischen Meditation nach. Als am heiligen Sonntag die Dorfbewohner nach der Kirche seltsame, rhythmische „Hu“-Geräusche vom Huberhof vernehmen, sind sie entsetzt. In Talbichl ist schnell klar, was von den orange gekleideten „Fremdlingen“ zu halten ist: eine Sekte, Satanisten gar, aber auf jeden Fall sehr gefährlich.

Für einen Workshop bei Prem Bramana (Thomas Loibl), Bhagwans charismatischem „Cheftherapeuten“, verreisen Amrita und Chandra (Wiebke Puls) für ein paar Tage nach München. Dort gerät Amrita ganz und gar in den Bann des gut aussehenden Lehrers, es besteht eine „heilige“ Verbindung zwischen ihnen. Wieder zurück in Talbichl bringen sie nicht nur ihren alten Freund Prakash (Chiem van Houweninge) mit, der den Bau des Thera- piezentrums anleiten soll, sondern auch den „Stein der Erleuchtung“, direkt aus dem Ashram in Puna. Er liefert Bhagwans Energie direkt in den bayerischen Garten und weiß auf alles eine Antwort. Doch die größte Über- raschung hält Amrita noch bereit: Prem Bramana, der Prem Bramana, wird ihnen in Talbichl höchstpersönlich einen Besuch abstatten, um ihre „Buddhahalle“ einzu- weihen und Sannyas zu verteilen – das freut vor allem Brigitte (Daniela Holtz), die noch keine Mala um ihren Hals hängen hat. Alle sind aus dem Häuschen und liegen sich in den Armen, nur Siddharta ist über die Seelenver- wandtschaft Prems mit seiner Freundin nicht sonderlich erfreut.
Auch Lili fühlt sich von ihrer Mutter mehr und mehr vernachlässigt. Ums Essen muss sie sich selbst kümmern und Zeit zum Reden finden sie auch nicht. Dabei geht es Lili gar nicht gut. Sie wird immer wieder von ihren Mitschülern gehänselt und beim anstehenden Dorffest darf sie auch nicht mitmachen, da sie in keinem Verein ist und ein Dorffest sowieso „nur fürs Dorf“ ist. Sie will nur noch eines: „normal“ sein und dazugehören. In ihrer Not fängt sie an, ein Doppelleben zu führen: Zu Hause trägt sie weiter Orange, lebt vegetarisch und reißt linksalter- native Sprüche. Für die Schule aber tauscht sie orange

Pluderhosen gegen grauen Faltenrock, betet mit den anderen das „Vater Unser“ und verspricht zum ultimativen Beweis ihrer Normalität eine Party zu ihrem nächsten Geburtstag – bei ihr zu Hause. Als Lili und Fabian kurz darauf in die Blaskapelle aufgenommen werden und sich mit den Dörflern und ihren Mitschülern auf die 350-Jahr-Feier vorbereiten, scheint Lili endlich angekommen.

Auf dem Huberhof verläuft das Leben allerdings weiterhin alles andere als normal: Während Amrita halbnackt indische Mantras auf dem „Stein der Erleuchtung“ singt, linst der erzkonservative Nachbar und Bürgermeister von Talbichl (Heinz-Josef Braun), für den die Kommune natürlich auch Verbindungen zur RAF unterhält, fassungslos durch die Hecke. Die Situation verschärft sich, als er mit einem Traktor mit gewaltiger Schaufel auftaucht, um den Umbau der Scheune zum Therapiezentrum zu verhindern. Dies weiß die kommunalpolitisch geschulte Brigitte mit Androhung von Gegenanzeigen zu verhindern.

Dann ist für alle der große Tag gekommen: Die WG freut sich über die Ankunft Prem Bramanas und Lili marschiert währenddessen mit Fabian und der Blaskappelle im Festzug durch das Dorf. Nach dem Therapie-Workshop beschließt Prem Bramana dem Dorf ein Mantra zu schenken und die Sannyasin-Gruppe macht sich singend und tanzend auf zu den Festlichkeiten. Schließlich sind sie doch auch ein Teil der Gemeinde. Hier trifft nun Amrita in orange-farbenen Kleidern und Tüchern im Haar auf Lili in Dirndl und mit Zöpfen. Fassungslosigkeit, Entsetzen und Unverständnis auf beiden Seiten. Plötzlich entladen sich bei allen die angestauten, negativen Gefühle: eine Schlägerei alle gegen alle, Dorfbewohner und Sannyasins, aber auch der eifersüch- tige Siddharta gegen Prem Bramana, beginnt…

Ab 18. August im Kino.

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