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Wahres Eins-Sein

| Bodhi Ziegler | 15. Oktober 2019

Wahre Nähe fühlt sich nicht immer nur kuschelig und wohlig an. Stattdessen fordert sie uns in jeder Hinsicht heraus und kann uns zutiefst verunsichern. Daher wird verständlich, warum so viele davor zurückschrecken und Angst haben, ihre Eigenständigkeit und Freiheit zu verlieren.

Im Bewusstsein unserer essenziellen Einheit mit uns selbst und dem Leben werden wir fähig, uns tief auf eine Liebesverbindung einzulassen, ohne uns selbst aufzugeben. Dann können wir mit der Partnerin übereinstimmen, ohne uns selbst dabei zu verlieren. In anderen Situationen können wir unterschiedliche Sichtweisen einnehmen und andere Meinungen äußern, ohne uns dabei isoliert oder gekränkt zu fühlen. Wir entscheiden uns aus innerer Freiheit, uns dem Gegenüber zuzuwenden und in Verbindung zu bleiben. Ein solcher Schritt erwächst nicht aus einem inneren Zwang nach Nähe, um dem eigenen Alleinsein zu entgehen oder die Erwartungen des anderen zu erfüllen. Vielmehr entsteht er aus echter, tiefer Zuneigung und dem Wunsch, uns selbst und den anderen immer vollständiger kennen und lieben zu lernen.

Dies setzt die unerschütterliche Bereitschaft voraus, zuallererst sich selbst bedingungsfrei anzunehmen und die eigenen Erfahrungen und Empfindungen zutiefst wertzuschätzen. Wie bereits erwähnt, spiegelt die Qualität unseres Miteinanders die Art und Weise, wie wir mit uns selbst umgehen.

In Paarkonflikten steht der Einzelne oft vor der Wahl, entweder den Partner unter Druck zu setzen, so dass dieser auf Kosten der eigenen Integrität nachgibt, oder die Auseinandersetzung mit sich selbst zu wagen. Allein die letztere Option beinhaltet die Chance, in einer Liebesverbindung wirklich zu wachsen. Nach jeder Prüfung und jedem Sturm wird sich dann die Liebe und Verbundenheit weiter gefestigt haben.

Doch viele Menschen ziehen leider die Auseinandersetzung mit ihrem Partner einer Begegnung mit sich selbst vor. Solange dies der Fall ist, bleiben die Konflikte und Beziehungskämpfe destruktiv und fruchtlos. Wir verschwenden nur wertvolle Lebenszeit und -energie. Sobald wir jedoch den Schritt in die eigene Selbstbegegnung wagen und die Erfüllung unserer Defizite nicht länger vom anderen abhängig machen, kann die liebende Verbindung zu einem segensreichen Weg werden.

Zu einem wahren Verbunden-Sein gehört nicht nur die Verbindung zu einem Partner, sondern vor allem die Verbindung zu sich selbst. Wir dürfen in einer Partnerschaft nicht aufhören, den tiefen Kontakt mit unserer Innenwelt zu pflegen, auch wenn wir oftmals versucht sein mögen, dies an den anderen abzugeben.

Je geringer unser Grad an echter Selbstfindung ist, desto mehr neigen wir dazu, Abhängigkeitsbeziehungen einzugehen. Wir sind dann mitunter hin- und hergerissen, ob wir mit dem anderen verschmelzen oder die Flucht ergreifen sollen. Sobald der Kontakt zu uns selbst gefestigt ist, können wir in unserer eigenen Mitte bleiben, während wir uns nahe kommen. Wir sind dann bereit, uns zu öffnen, auch wenn es keine Garantie gibt, vom anderen wirklich gesehen, akzeptiert und verstanden zu werden. Sind wir nicht länger auf äußere Bestätigung angewiesen, hat wahre Intimität und Nähe einen sicheren Boden, auf dem sie gedeihen kann.

Der Text ist ein Auszug aus meinem aktuellen Buch „Wer liebt hat alles“. Mehr zum Buch: https://www.gerd-bodhi-ziegler.com/gerd-bodhi-ziegler/wer-liebt-hat-alles/

Unser Kolumnist Gerd Bodhi Ziegler gehört als Bewusstseinslehrer, Ausbilder und Buchautor zu den Pionieren im Bereich spiritueller Therapie und Transformationsarbeit. Er hat sein ganzes Leben der Arbeit mit Menschen gewidmet, um sie zu unterstützen, sich selbst zu finden und ihre höchsten Potenziale zu entfalten. Seine Seminarprojekte werden seit Jahrzehnten von zahlreichen begeisterten Teilnehmern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum besucht. Er ist Autor der weltweit meistgelesenen Tarotbücher über das Crowley-Tarot.

Weitere Informationen über ihn und seine Arbeit: www.gerd-bodhi-ziegler.com

    

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