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WurzelWerk – Wege zur emotionalen Kompetenz

| Lebenshilfe | 7. Juni 2012

WurzelWerk – Ordnen in Liebe

Aufstellungen – was ist das
und wie wirken sie?

Diese Fragen – und einige mehr – beantwortet uns Brigitte Hauschild, Trainerin für emotionale Kompetenz, systemische Aufstellungsleiterin und „WurzelWerkerin“ in Bochum.

tip-Magazin: Liebe Brigitte, du bezeichnest dich selbst gerne als „WurzelWerkerin“. Was darf ich darunter verstehen, was machst du?

Brigitte: In meiner Arbeit, die ich gerne als WurzelWerk bezeichne, begleite ich Einzelpersonen oder Kleingruppen in dem Prozess, die Ordnung in ihren Systemen wieder herzustellen.

tip-Magazin: „Ordnung in ihren Systemen“, was bedeutet das?

Brigitte: Das Leben entfaltet sich innerhalb bestimmter Ordnungen.   Diese Ordnungen sind vorgegeben, so wie auch Geburt und Tod. Es sind Grundmuster, die das Leben erhalten und vorantreiben. Wir begegnen diesen Ordnungen zum Beispiel in der Familie.
Die Familienseele ist ein sensibles, energetisches Feld, in dem alle, die zu einer   Familie gehören, in Liebe miteinander verbunden sind.   Sie ist das machtvollste und längste Beziehungsgeflecht, in das wir eingebunden sind.

tip-Magazin: Das klingt als hätte es viel Einfluss auf uns, auf unser Leben?

Brigitte: Ja, absolut. Dieses Geflecht kann uns halten, in ihm können wir aber auch ein Leben lang verstrickt sein. Daher sind an fast allen Aufstellungen, egal welches System aufgestellt wird, Teile der Familie beteiligt. Aus welchen Anteilen sich das jeweilige System um eine Person und ihr Problem zusammensetzt, erfahren wir durch die Person mit Aufstellungsanliegen selbst.

tip-Magazin: Ist das denn immer so, bei jedem Menschen?

Brigitte: Nun, ich glaube, man kann sagen, dass unsere Schwierigkeiten mit dem Leben sehr oft mit Verstrickungen in der eigenen Familie zusammenhängen. Unerlöste Gefühle wie z.B. Hass oder Groll gegenüber unserer Familie oder einzelnen Personen im Familiensystem sind gebundene Lebensenergie. Diese steht dem „Grollenden“ dann für andere Lebensbereiche nicht mehr zur Verfügung. Und dies kann sich dann beispielsweise auch durch Konflikte in diesen anderen Lebensbereichen bemerkbar machen.

tip-Magazin: Das heißt, ich kann durch eine Familienaufstellung auch positive Auswirkungen auf andere Lebensbereiche haben, beispielsweise auf mein Berufsleben?

Brigitte: Die Aufstellungen sind nicht auf die Familie als System beschränkt. Arbeitsplätze, Institutionen, Orte, Freunde, Körperteile, Symptome sowie Werte können ebenfalls aufgestellt werden. Systeme sind komplexe, raum- und zeitübergreifende Gebilde und oftmals zeigen sich auch deren themenübergreifende Zusammenhänge. Wenn ich beispielsweise das schwierige Arbeitsverhältnis zu meinem Chef aufgestellt habe, kann es passieren, dass sich als Ursache ein Konflikt in der Beziehung zu meinen Eltern zeigt. Das Verhältnis zum Chef hatte dies nur gespiegelt, weil ich selbst ähnliche Erwartungshaltungen zeigte und mich entsprechend verhalten habe. Löse ich in der Aufstellung den zugrundeliegenden Konflikt mit meinen Eltern, wird sich meine Haltung von nun an ändern und das Problem mit dem Chef wird sich deutlich entspannen.

tip-Magazin: Ist es das, was du vorhin meintest, als du von der gebundenen Lebensenergie gesprochen hast?

Brigitte: Genau. Durch das Lösen solcher Verstrickungen wird die Kraft, die vorher gebunden war, frei und führt zu neuer Ausrichtung und neuem Wirken im Leben. Ich erkläre das immer ganz gerne symbolisch mit dem Bild, dass wir uns unser Leben wie einen Baum vorstellen können. Sobald unsere Wurzeln (unsere Herkunft), auch Wurzeln sein dürfen, nimmt der Baum (das Leben) seine ursprüngliche gedachte Form wieder an.
Aha, also für mein persönliches Wachstum sollte ich mich mit meinen Wurzeln, also den Ereignissen meiner Vergangenheit aussöhnen?
Dort, wo Menschen noch im Groll, Hass o.ä. mit den Eltern sind, liegt die Ursache nicht wirklich in den Ereignissen dieser Geschichte, die so nachhaltig als unangenehm bis unerträglich wahrgenommen werden, sondern die Verletzung liegt in den Gefühlen, die mit diesen Ereignissen einher gingen. Es ist wichtig, das zu unterscheiden, weil das wiederholte Anschauen der Ereignisse keinen Frieden bringt, wenn nicht die Gefühle wirklich dazu gefühlt werden. Die unerlösten Gefühle machen sich durch das wiederholte Erinnern an die Ereignisse bemerkbar. So zeigt sich durch das Erzählen immer wieder gleicher Geschichten/Ereignisse, der Ursprung, wo Groll und Hass entstanden sind. Bis sie Beachtung durch Wahrnehmung und Fühlen bekommen und so endlich erlöst werden können.

tip-Magazin: Wie kann ich mir den Ablauf einer Aufstellung vorstellen, wie genau „geht das“?

Brigitte: Die Person, die einen Aufstellungswunsch hat, wählt aus der Gruppe stellvertretende Personen, z.B. für ihre Familienmitglieder und sich selbst. Diese stellt sie ihrem inneren Familienbild entsprechend intuitiv im Raum auf und durch die langsamen Bewegungen der Beteiligten, dem Nachgehen ihrer Emotionen und Impulse, dem bewussten Fühlen und Wahrnehmen der Positionswechsel und ihrer Wirkungen, bahnen sich Lösungen auf der Ebene der Seelen.
Es gibt keinen vorgefertigten Aufstellungsverlauf sondern jede Geschichte hat ihre individuelle Entwicklung und gute Lösung. Sie folgt immer der inneren Logik und Weisheit des jeweiligen Systems.
Die Aufstellungsleitung wirkt hier unterstützend jedoch nicht eingreifend um eine bestimmte Lösung herbei zu führen. Die gute Lösung zeigt sich sobald es allen Stellvertretenden des Systems emotional gut geht. Wann es ihnen gut geht und sie im Einklang mit dem System sind, benennen sie selbst.
Nach jedem Aufstellungsende werden alle Rollen wieder abgelegt und jeder kehrt zu sich selbst zurück.

tip-Magazin: Was ist, wenn ich noch nie eine Aufstellung erlebt habe, muss ich gleich eine Stellvertreter-Rolle übernehmen um etwas mitzubekommen, von dem was passiert?

Brigitte: Nein. Im Außen wird dies für anwesende Personen ebenfalls sichtbar fühlend wahrgenommen. Auch das Dabeisein und Hinschauen bei einer systemischen Aufstellung eröffnet neue, versöhnliche Sichtweisen; auf das Schicksal der eigenen Familie und auch auf andere Menschen. Jede Aufstellungserfahrung ist an sich schon sehr wertvoll, denn sie vertieft die Beziehung zum eigenen Körper und Gefühlsleben für alle Beteiligten.
Das Übernehmen der Rollen ist für die stellvertretenden Personen dann oftmals ein sehr ergreifender Vorgang. Sie können in einer besonderen Weise an einer kraftvollen Lösung für alle Beteiligten mitwirken und aus den Aufstellungen lernen, um eigene Verstrickungen zu lösen oder sie ihrer Lösung näher zu bringen.
Bevor ein eigenes Thema aufgestellt wird, macht es Sinn, erst einmal als stellvertretender Teilnehmer erste Erfahrungen zu sammeln. Hier kann aus der Rolle heraus selbst erlebt werden, wie kraftvoll die Aufstellungsarbeit ist, in dem jede stellvertretende Rolle wahrgenommen und gewürdigt wird als das was sie ist. Jede Rolle darf ihre Gefühle und Bedürfnisse bedenkenlos mitteilen, um die entsprechende Zuwendung von anderen Systemmitgliedern zu erhalten, im Sinne der guten Lösung.

tip-Magazin: Du sprichst von der Kraft der Aufstellungsarbeit, was passiert, wenn die Aufstellung „gelaufen“ ist?

Brigitte: Aufstellungen sind erstaunlich wirksam. Immer wieder erfahren wir mit ihrer Hilfe die verblüffende Wandlung eines scheinbar unlösbaren Problems.
Eine Aufstellung kann zwar nicht von einem Moment zum anderen alle Probleme unseres Lebens lösen jedoch wirkt sie sich durch die entstandene Lösung wesentlich    entspannter und friedlicher auf die innere Haltung  bzw auf das eigene Leben aus.
Wir tauchen während der Aufstellung in das lebendige Feld der Familienseele ein und können tiefe Begegnungen dieser Seelen erleben, sobald sich der Weg in die heilsame Bewegung öffnet.

Das Interview für das tip-Magazin führte Miriam Neiking, Freie Künstlerin und LebensKunstBeraterin, www.miriam-neiking.com

Wann und wo finden die nächsten Aufstellungen mit Brigitte Hauschild statt:

Samstags  23.06. / 21.07. / 25.08.2012, jeweils von 10:00 – 17:30 Uhr
Im Zentrum für BewegungsMeditation, Grünewalder Berg 90, 42105 Wuppertal, www.qigong-wuppertal.de
Kosten: 85,00 €  für Aufstellende, 53,00 €  für Teilnehmende und Stellvertretende

Weitere Informationen und Anmeldung:        

Wege zur emotionalen Kompetenz
Brigitte Hauschild
Trainerin für emotionale Kompetenz
Eiberger Str. 28
44879 Bochum
Tel. 0234 – 6237792
www.Wege-zur-emotionalen-Kompetenz.de

Noch ein wichtiger Hinweis:

Die Aufstellungstage dienen der vorbeugenden Gesundheitspflege und der persönlichen Weiterbildung im Sinne der Selbsterfahrung. Sie ersetzen keine medizinische oder therapeutische Behandlung.

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